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Die gläserne Decke
Wie Frauen es in die Führungsetage schaffen können
 

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung waren 27 Prozent der Führungskraefte in der Privatwirtschaft im Jahr 2008 Frauen. Je höher die Hierarchieebene und das Unternehmen, desto seltener sind Frauen dort vertreten. 2010 wurden in den 200 größten Unternehmen nur 3,2 Prozent der Vorstandspositionen durch Frauen vertreten. Die Regierung startete deswegen ein Bündel an Maßnahmen, das unter dem Motto "Mehr Frauen - mehr Vielfalt in Führungspositionen" eine gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung durchsetzen möchte. Bekannt geworden ist dieses Vorhaben unter dem Schlagwort "Frauenquote". Es sieht vor, dass börsennotierte Unternehmen öffentlich einen selbst festgelegten Frauenanteil vertreten und umsetzen müssen. Durch das Publizieren dieser Quote erhofft sich die Familienministerin Kristina Schröder einen öffentlichen Wettbewerb. Da Arbeitgeber sich in Zukunft verstärkt um qualifizierte Fachkräfte bemühen müssen, sind Unternehmen zunehmend auf eine positive Außenwahrnehmung angewiesen. Ein besserer Einklang von Arbeit und Privatleben und die Förderung von Vielfalt in der Unternehmenskultur sind zu den entscheidenden Argumenten für Arbeitnehmer geworden. Eine öffentlich einsehbare, geringe Frauenquote koennte daher existenzielle Folgen haben.


Eine Arena für Vielfalt


Frau Prof. Dr. Désirée H. Ladwig ist seit 20 Jahren in der Genderforschung tätig und beschäftigt sich beruflich mit dem Thema "Frauen in Führungspositionen". Im Jahr 2004 gründete sie, zusammen mit ihrem langjährigen Kollegen Prof. Dr. Domsch, die Plattform www.genderdax.de. Ziel war es, eine Arena fuer Unternehmen zu schaffen, die hochqualifizierte Frauen fördern wollen. Voraussetzung für die Aufnahme in den Kreis der Firmen ist die Durchführung von Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Unterstützung von karriereorientierten Nachwuchs. Wer vor der Jury aus unabhängigen Experten besteht, kann sich mit anderen Unternehmen austauschen und wird regelmässig zu themenrelevanten Weiterbildungen eingeladen.


Veraltete Unternehmenskulturen


Gründe für den Frauenmangel in Führungspositionen sieht Ladwig in den bestehenden Unternehmenskulturen. Diese fördern beispielsweise die Gleichsetzung von Präsenz im Büro mit Leistung. Gerade Frauen nutzen häufig flexible Arbeitszeitmodelle und arbeiten zeitweise von zu Hause aus. Dadurch werden sie bei Beförderungen oft übergangen. Eine weitere kulturelle Barriere sind festgelegte Prototyp-Laufbahnen mit bestimmten Tätigkeiten und Entwicklungsschritten. Bisher beherrschen deswegen hauptsächlich (ältere) Männer die hohen Karriereebenen und manifestieren so häufig auch alte Geschlechterrollen. Eine aktive Förderung von Vielfalt und die gezielte Motivation von Frauen, Managementposten zu übernehmen, ist daher unerlässlich. Die Einführung von Projekt- und Fachlaufbahnen zusätzlich zur Managementlaufbahn eröffnet in diesem Zusammenhang nicht nur Frauen mehr Karrierechancen.


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