Seit Anfang dieses Jahres gilt die Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Das Gesetzt wurde 2007 von der großen Koalition (SPD/CDU) durchgesetzt. Als erster Betroffen ist der Geburtsjahrgang 1947. Die Arbeitnehmer müssen mindestens einen Monat über den 65. Geburtstag hinaus arbeiten, damit Ihnen die volle Rente zu ausgezahlt wird. Bis 2023 verschiebt sich das Renteneintrittsalter jeweils um einen weiteren Monat nach hinten. Wer dann mit 65 Jahren in Rente geht, muss lebenslang Abschläge von 7,2 Prozent hinnehmen, wer mit 63 Jahren geht, sogar 14,4 Prozent. Die so entstehenden Rentenkürzungen betreffen vor allem Arbeitnehmer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger erwerbstätig sein können oder von Betrieben aus Altersgründen entlassen werden. Im schlimmsten Fall würde dies für Betroffene eine Aufstockung der Rente durch Hartz IV bedeuten. Das Thema wird daher in der Politik kontrovers diskutiert. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir die wichtigsten Positionen hier für Sie zusammengetragen.
Die CSU kritisiert die Rente mit 67. CSU-Chef Horst Seehofer stellte das Gesetz unter Verweis auf angeblich fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten infrage. Er verweist auf eine Rentenkürzung durch das Gesetz. Für seine Kritik erhielt Seehofer teilweise Rückendeckung aus der CDU. So sagte der Bundesvize der CDU-Sozialausschüsse, Christian Bäumler, dass Arbeitnehmer mit dem Modell die Altersarmut drohe.
Die CDU ist sich bezüglich der Rente mit 67 uneinig. CDU-Bundesvorstandsmitglied Otto Wulff, zugleich Chef der Senioren-Union, betonte, dass das neue Gesetz im Ergebnis kein Rentenkürzungsprogramm sein dürfe. Diese sei dann der Fall, "wenn es nicht genügend adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer gibt". Wulff schlägt vor: "Die Wirtschaft muss über eine Quote verpflichtet werden, eine bestimmte Zahl von geeigneten Arbeitsplätzen für über 60jährige vorzuhalten." Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht das Gesetz als fair an. Im Deutschlandfunk sagte sie, dass ohne die langsame Anhebung der gesetzlichen Altersgrenze die Beiträge erheblich steigen oder die Renten gekürzt werden müssten.
Die FDP kritisierte die Äußerungen von Seehofer scharf. Vizevorsitzende Birgit Homburger sagte der Rheinischen Post, sie "halte überhaupt nichts davon, eine Reform schon zu ihrem Start wieder infrage zu stellen". Es gehe darum, die Rente zukunftssicher zu machen. "Das ist das Ziel der Veränderung und das ist auch weiterhin dringend nötig", so Homburger. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sieht immerhin Fehler im Detail. Damit spielt er auf die Zuverdienstmöglichkeiten an. In diesem Zusammenhang schlägt die FDP die Aufhebung der Verdienstgrenze für Rentner vor. Dabei darf der Zuverdienst addiert mit der ausgezahlten Rente, nicht das letzte Bruttogehalt übersteigen. Ziel sei, dass 75 Prozent der Menschen zwischen 55 und 65 erwerbstätig sind. FDP-Fraktionsvize und Sozialexperte Heinrich Kolb sieht die Chancen für Ältere auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren positiv "Angesichts des drohenden Fachkräftemangels wird die Wirtschaft gar nicht ohne die Älteren auskommen können", ist sich Kolb sicher.