Die Wirtschaftswoche veröffentlichte kurz vor Weihnachten die aktuellen Trends auf dem Arbeitsmarkt. Dabei fielen Schlagworte wie Burnout-Prophylaxe und nonverbale Sensibilität. Wir haben uns das Thema einmal genauer angesehen und erklären gemeinsam mit Prof. Dr. Jutta Rump, was Arbeitgeber und Arbeitnehmer im neuen Jahr wissen sollten. Frau Rump ist Expertin für Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung.
1. Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt
Die Suche nach qualifizierten Fachkräften setzt sich auch im neuen Jahr fort. Insbesondere im IT-Bereich und Ingenieurswesen können Arbeitnehmer ihren zukünftigen Arbeitgeber zusehends selbst auswählen. Grund für dieses Phänomen sind geburtenschwache Jahrgänge, die nun den Arbeitsmarkt erobern. Viele Unternehmen sehen sich in Zukunft gezwungen,(potenziellen) Mitarbeitern einen Mehrwert zu bieten, der über ein gutes Gehalt hinausgeht. Daher professionalisieren viele Arbeitgeber ihren Recruitingprozess. Veranstaltungen wie „Nacht der Unternehmen“ bestätigen diesen Trend. „Unternehmen müssen sich nun Gedanken machen, wie sie die wenigen vorhandenen Arbeitskräfte für sich begeistern können. Das ist mehr als ein gutes Entgelt, Sozialleistungen, Arbeitsplatzsicherheit oder die Option auf eine tolle Karriere. Es kommt nun auch das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinzu und für jüngere Arbeitnehmer der Einklang von Freizeit und Beruf (Work-Life-Balance)“, äußert sich Expertin Prof. Dr, Jutta Rump zu den aktuellen Entwicklungen.
2. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Der neue Einfluss der Arbeitnehmer und der Mangel an öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen führen zu klaren Forderungen nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Flexible Arbeitszeitmodelle gewinnen im Jahr 2012 daher weiter an Bedeutung. Dies bewirkt ein Umdenken in den Führungsetagen: Moderne Unternehmenskulturen und Diversity Management sind hier die handlungsleitenden Schlagworte. Prof. Dr. Rump kennt das Phänomen: „Wenn die Führungskultur sehr traditionell ausgerichtet ist, werden flexible Arbeitszeitmodelle zum Fremdkörper. Arbeitnehmer, die das Modell nutzen, haben ihre Kollegen dann schnell zum Feind. Das heißt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht nicht nur einher mit flexiblen Arbeitsmodellen, sondern immer in Kombination mit der Veränderung einer Führungs- und Unternehmenskultur.“
3. Social Media
Jugendliche und Absolventen die erstmalig auf Stellensuche gehen, finden den passenden Job vermehrt über Facebook. Empfehlungen von Freunden und das aktive Folgen unternehmerischer Newsfeeds verstärken diesen Trend. Positionen ab dem mittleren Management sind jedoch weiterhin in der Hand von Head Huntern und einschlägigen Vermittlungsportalen. Arbeitnehmer informieren sich verstärkt online über ihren zukünftigen Arbeitgeber. Daher wird eine authentische, ganzheitliche Kommunikation von Unternehmensseite im kommenden Jahr noch wichtiger.