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Kinder bekommen zu häufig Antibiotika
Eine Medikamentenstudie der Bertelsmann-Stiftung deckt auf
 

 

Antibiotika-Verschreibung


Das Internetportal „Faktencheck Gesundheit“ veröffentlichte nun, dass in Deutschland zu viele Antibiotika an Kinder verschrieben werden. Vor allem bei akuten Mittelohrentzündungen, fiebrigen Erkältungen und Grippe-Erkrankungen greifen Ärzte zu schnell auf Antibiotika zurück. Da es sich aber oftmals nur um Virusinfekte handelt, sind Antibiotika in diesen Fällen wirkungslos. Diese werden ursprünglich nur gegen bakterielle Keime eingesetzt.



Darüber hinaus kam das Internetportal zu dem Ergebnis, dass Kinder häufiger Antibiotika verschrieben bekommen, als Erwachsene. Bundesweit bekommt jedes Kind zwischen drei und sechs Jahren einmal im Jahr ein Antibiotikum verabreicht. Grundlage der Untersuchung bildeten Versicherten-Daten der BARMER GEK.



Antibiotika-Resistenz


Die Gefahr einer zu häufigen Antibiotika-Einnahme liegt darin, dass diese nach und nach keine Wirkung mehr haben. Der Körper entwickelt eine Art Immunisierung. Wenn Antibiotika bei einer Erkrankung wirklich notwendig werden, kann es unter Umständen dazu kommen, dass diese keine Wirkung mehr zeigen und die Krankheit nicht bekämpfen können - es kommt zu einer sogenannten Antibiotika-Resistenz.

Das häufige Verschreiben von Breitbandantibiotika förderte über Jahre hinweg die Widerstandsfähigkeit der Bakterien. Die Antibiotika-Resistenz ist ein wachsendes Problem in Europa. Jährlich infizieren sich mehrere Millionen Europäer mit Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind. Rund 50.000 Menschen sterben an den Folgen einer Infektion mit den multiresistenten Bakterien. Vor allem in Krankenhäusern und Pflegeheimen lauern die hartnäckigen Keime.


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