Die Geriatrie
(Alters-
oder Altenmedizin)
ist die Lehre der Krankheiten des alternden Menschen. Vor allem
betrifft dies Bereiche der Inneren Medizin, der Orthopädie, der
Neurologie und der Psychiatrie (Gerontopsychiatrie).
Gerontologie oder
Altersforschung
bezeichnet auch die Wissenschaft, die sich mit Alterungsvorgängen in
all ihren Formen beschäftigt. Dies beinhaltet psychologische,
soziale, wirtschaftliche, politische, sowie gesellschaftliche Formen.
Das Wort Geriatrie wurde zuerst von dem in Wien geborenem Arzt Ignatz
Leo Nascher gebraucht, der zu späterer Zeit in den USA tätig war
und im Jahr 1914 ein entsprechendes Lehrbuch veröffentlichte.
Geriatrie darf nicht
mit der Palliativmedizin verwechselt werden, da sie nicht für
Heilung, sondern für die Beschwerdelinderung steht.
Die Geriatrie
beschafft sich damit überwiegend sehr alten Menschen ein besseres
Leben zu ermöglichen. Hierbei ist der Geriater überwiegend dann
gefragt, wenn Mehrfacherkrankungen vorliegen, die den einzelnen Arzt
der jeweiligen medizinischen Fachgebiete aufgrund vielfältiger
Verflechtungen überfordern. Hierbei muss allerdings das Potential
vorhanden sein, eine Verbesserung zu erreichen. Die Geriatrie muss
somit als eine fächerübergreifende Disziplin verstanden werden.
Wie werden Ärzte
Geriater?
Nach der
Facharztweiterbildung können Ärzte in Deutschland die
Zusatzbezeichnung Geriatrie
erhalten, indem sie 1,5 Jahre an einer weiterbildungsbefugten Klinik
arbeiten.
Die sogenannten „17
Dimensionen geriatrischer Medizin“ beinhalten Wissensmodifikation
bei allgemein ausgebildeten Ärzten, Risikoerkennung,
Psychosomatische Zusammenhänge, Senile Demenz, Multimorbidität,
Einwilligungsfähigkeit und Schutz von Rechten, Hierarchisierung,
Rehabilitation,
Irreversibilität (Unumkehrbarkeit des Lebensprozesses), Todesnähe,
damit verbundene Polarität, Umfeldbezogenheit, Konsiliarwirkungen,
Gewährleistung der Weiterversorgung, Angehörigenarbeit,
Interdisziplinarität, und strukturell-organisatorischen Umbruch.
Geriatrie Krankheitsbilder
Nicht jede Krankheit
eines alten Menschen ist eine Alterskrankheit.
Sie sind vor allem gekennzeichnet durch den typischen Beginn und den
kontinuierlichen Anstieg ihres Auftretens. Gemeint sind in der
Geriatrie damit vorwiegend Intelligenzabbau (überwiegend die
verschiedenen Demenzen),
Hirnleistungsstörungen (besonders durch Alzheimer-Demenz),
Immobilität, Instabilität (Schwindel, Stürze), Inkontinenz,
Einschränkungen der Wahrnehmungsorgane, der allmähliche Abbau an
Körperflüssigkeit.