Heimarzt
Durch die Pflegereform 2008 können
Pflegeheime in ganz Deutschland einen eigenen Heimarzt anstellen.
Dieses, ursprünglich als „Berliner
Modell“ bezeichnete, Projekt hat sich in der Praxis bislang als
sehr erfolgreich erwiesen.
Bislang wurde in stationären
Pflegeeinrichtungen bei ärztlichen Notfällen ein Bereitschaftsarzt
oder der Notarzt gerufen. Solche ärztlichen Bereitschaftsdienste
benötigen in der Praxis jedoch häufig viel Zeit, ehe sie beim
Hilfebedürftigen vor Ort ankommen. Zudem kennen Bereitschaftsärzte
die Patienten nicht und wissen so häufig spezifische Problemlagen
nicht der Persönlichkeit der Hilfebedürftigen zuzuordnen. Ein, in
der Einrichtung angestellter, Heimarzt dagegen, kennt „seine“
Patienten, weiß um Sorgen und Nöte und kann so, individuell auf den
Patienten bezogen, arbeiten.
Heimarzt Modell
In der Modellphase des Projektes haben
Heime, die einen Heimarzt angestellt haben, insgesamt Kosten in Höhe
von 4 Millionen Euro jährlich einsparen können. Diese Hohe Summe
kommt zustande, da Krankenhausaufenthalte und Transportkosten
entfallen. Auch die Lebensqualität der Heimbewohner lässt sich
durch die Anstellung eines Heimarztes erhöhen. Durch die Reduktion
der Krankenhauseinweisungen und das vertraute Verhältnis zwischen
Heimarzt und Bewohner ist die Atmosphäre in Pflegeeinrichtungen mit
Heimarzt angenehmer.