Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Christopher Felix Rohde

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Seit März 2016 hat Christopher Felix einen Sohn. Kurz darauf zog die dreiköpfige Familie von Berlin zurück nach Magdeburg, der Heimatstadt von Christopher Felix. Dort arbeitet er als Fotoassistent. Aber nicht jeden Tag, denn auch zuhause gibt es einiges zu tun.

 

Wie sieht dein Berufsleben aus – Vollzeit, Teilzeit, Auszeit? Arbeitest du im Home-Office? Selbstständig oder angestellt?

Ich arbeite als Selbstständiger in verschiedenen Branchen. Viel von zuhause aus, ich bin aber auch in
unregelmäßigen Abständen mehrere Tage am Stück unterwegs. Das bedeutet, dass keine Woche wie
die andere ist und wir als Familie sehr flexibel sein müssen.

Haben du und dein(e) Partner*in (oder Ex-Partner*in) eine bestimmte Routine, mit der ihr eure Woche organisiert? Wenn ja, wie sieht sie aus bzw. wer ist für was wann zuständig?

Meine Frau arbeitet ebenfalls als Selbständige von zuhause aus, hat aber auch Termine außerhalb.
Wir haben uns eine gewisse Routine in der Flexibilität angewöhnt. Ganz wichtig ist unser Kalender in
der Cloud, ohne den wir wohl im Chaos versinken würde. Wir handeln unsere Arbeitszeiten ständig
neu aus und achten dabei darauf, dass wir beide unsere Aufträge gut bearbeiten können. Meistens
arbeiten wir aber am Abend oder während unser Sohn seinen Mittagsschlaf macht.

Wie regelt ihr die Kinderbetreuung?

Unser Sohn wird nicht fremdbetreut. Wir haben es mit einer Tagesmutter versucht, das hat aber aus
verschiedenen Gründen nicht geklappt. Deswegen teilen wir uns die Tage grob in Zeiten zum Arbeiten
und Zeiten mit dem Kind ein. Mal bin ich vormittags für unseren Sohn da, nachmittags meine Frau –
und am nächsten Tag andersherum. In Zukunft werden wir aber auch unsere Familien „einspannen“.

Gibt es bestimmte „Kinderzeiten“ – also Zeiten, in denen es dir besonders wichtig ist, mit deinen Kindern Zeit zu verbringen?

Da wir insgesamt sehr viel Zeit mit unserem Sohn verbringen, haben und brauchen wir keine festen
Kinderzeiten. Allerdings achten wir darauf, dass wir auch gemeinsame Zeiten haben, in denen wir
beiden Erwachsenen gar nicht arbeiten. Vor allem am Morgen und Abend sind wir intensiv zusammen.
 

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"Gegenüber meinen Kunden mache ich deutlich, dass hier bei uns ein kleines Kind wohnt."

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Gab es Situationen, in denen du dich bei der Arbeit für dein Kind positionieren oder als Mutter/Vater Stellung beziehen musstest? Wie hast du reagiert? Würdest du heute anders reagieren?

Das mache ich oft, allerdings nicht aus einer Verteidigungshaltung heraus. Gegenüber meinen Kunden
mache ich deutlich, dass hier bei uns ein kleines Kind wohnt. Und wenn ich beispielsweise einen
Telefontermin verschieben muss, weil mein Sohn einen schlechten Tag hat und unbedingt in der Trage
bei mir schlafen will, dann ist das so. Bisher war da immer das Verständnis groß auf der Seite meiner
Kunden.

Wenn du mehr freie Zeit hättest, wofür würdest du sie nutzen?

Wenn „freie Zeit“ Zeit ohne Kind und Arbeit meint, würde ich in Ruhe an freien Projekten arbeiten
wollen und sehr gerne mal wieder in ein Kino gehen. Am besten ganz oft und sehr regelmäßig. Und
zusammen mit meiner Familie einfach mal ohne Termin, Aufgaben oder Aufträge den Tag im Bett
verbringen.

Zum Thema Beziehung: Was ist das Wichtigste, um gemeinsam glücklich zu bleiben?

Miteinander reden. Fällt das aus oder redet man ständig aneinander vorbei, wird man sich irgendwann egal und der andere uninteressant. Da muss man früh gegensteuern. Nicht nur über Kinder reden hilft auch ungemein. Auch wenn es anfangs ungewohnt ist, nach der Babyzeit, in der das Kind der Lebensmittelpunkt war. Das Miteinander darf nicht vergessen werden.

Hast du besondere Tipps oder Anregungen für andere Eltern, wie man der Doppelbelastung kleine Kinder und Beruf Herr wird? Gibt es konkrete Beispiele für Maßnahmen oder Entscheidungen, die du für dich ergriffen bzw. getroffen hast, um dieser Situation zu begegnen?

Für uns ist ganz wichtig, dass wir keine klassische Rollenverteilung haben. Wir können jeder alles –
auch ich als Mann kann Wäsche waschen, kochen usw. Nur dadurch ist diese Flexibilität bei uns
möglich.
 

Vielen Dank für das Interview, Christopher Felix!.

   

Über Christopher Felix Rohde:

Christopher Felix schreibt in seinem gleichnamigen Blog über Vereinbarkeit, Geborgenheit und Alltäglichkeit. Von der übersichtlichen Gestaltung einer Spielecke und dem richtigen Zeitpunkt des zweiten Kindes bis hin zu den ersten Worten seines Sohnes. Hin und wieder gibt es für die Blogbesucher auch Christopher Felix' Wochenende in Bildern. Mit Frau und Sohn legt er nach sechs Jahren Berlin wieder in seiner Heimatstadt Magdeburg.
   
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