Home-Office: die neue Lebensqualität

Home-Office

Unter dem Motto „Cool bleiben als Working Mom im Home-Office“ bloggt Séverine Bonini als „Mama on the rocks“ über Kind, Karriere und Kompetenzen. Seit Juli 2014 ist sie nun als Verlegerin, Journalistin und Bloggerin selbständig tätig – und das vorwiegend im Home-Office. Als Business Mom durchlebt sie auch dort den ständigen Spagat zwischen Job, Kindern, Haushalt und Ehe. Hier teilt sie acht tolle Tipps, mit denen es im Home-Office einwandfrei laufen sollte.

 

 

Ich bin eine erfolgreiche Geschäftsfrau – dank Home-Office. Und ich bin Mutter. Damit dieser Drahtseilakt gelingt, braucht es nicht nur Mut zur Lücke, sondern auch Struktur. Wie geht das? Die knallharte Wahrheit zuerst: Im Home-Office kann man als Eltern nur erfolgreich sein, wenn man die Kinder in guten Händen weiß. Außerhalb des Hauses. Anders ist konzentrierte Arbeit über mehrere Stunden zuhause nicht möglich. Wer angestellt ist und sich die zu leistende Arbeitszeit aber aufteilen kann, kommt ebenfalls gut zuhause zurecht. Im Folgenden zeige ich Tipps auf, die ich mir im Laufe der Zeit in meinem Home-Office erarbeitet habe:

1. Eine klare Trennung ist ein Muss

Mal schnell zwischen zwei Mails die Wäsche machen? Für das Abendessen noch Brot einkaufen gehen? Der Klempner kommt während der Home-Office-Zeit? Das sind typische Fehler, die es zu vermeiden gilt. Wenn ich in einem Büro außerhalb des Hauses arbeiten würde, käme ich nie auf die Idee, eben mal das Geschirr abzuwaschen. Arbeit ist Arbeit. Das sollte man unbedingt auch dem Partner klar machen, der außer Haus arbeitet – sonst ist man gefangen in einer mühsamen Doppelbelastung, die schnell auslaugt.

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„Wenn es finanziell drin ist, sollte man eine Putzhilfe anstellen.“

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2. Putzen? Delegieren!

Wenn es finanziell drin ist, sollte man eine Putzhilfe anstellen. Im ersten Jahr im Home-Office habe ich gleichzeitig noch selber das Haus geputzt und mich bei jedem Klogang daran gestört, dass es mir nicht sauber genug war. Diese negative Energie hat viele Nerven gekostet und auch die Paarbeziehung gestört („Du könntest doch auch mal…?!“). Durch das Outsourcing mache ich mir keine blockierenden Gedanken mehr zum Haushalt. Und in der Zeit, die ich dank Putzfrau einspare, kann ich arbeitend Geld verdienen. So oder so muss man aber lernen, beide Augen zuzudrücken, wenn das Haus nicht so sauber ist, wie man es sich eigentlich wünscht. Bei uns zuhause herrscht gepflegtes Chaos.

3. Es gibt viel zu tun? Packen wir es an!

Wer selbständig ist, arbeitet wirklich selbst und ständig. Jeder freie Gedanke dreht sich dann um Aufträge, Kunden, Mails. Aber auch im Angestelltenverhältnis benötigt Home-Office Struktur, um nicht Matsch im Gehirn zu produzieren. Mir helfen da am besten Listen: Jeden Abend am Ende meines Arbeitstages schreibe ich mir eine Liste der wichtigsten To-dos für den nächsten Tag. So kann ich den Tag innerlich abhaken und weiß meine Gedanken gut sortiert für den nächsten Morgen.

4. Telefonieren, wenn die Kinder zuhause sind?

Kunden halten sich nicht daran, nur anzurufen, wenn keine Kinder im Haus sind. Man sollte dann dem Gesprächspartner direkt sagen, dass man im Home-Office arbeitet und Kinder im Haus sind, es also eventuell laut werden könnte. Heutzutage ist das kein Aufreger mehr. Übrigens: Meine Kunden kennen nur meine Handynummer. So verhindere ich, dass plötzlich ein Dreikäsehoch (meiner!) zuhause fröhlich das Telefon abnimmt und der Big Boss einer Firma dran ist…

5. Und in den Schulferien? Da hilft nur Ommmm.

Schulferien sind fürs Home-Office der blanke Horror. Zwangsurlaub sozusagen. Deshalb minimiere ich in den Schulferien die Tagesarbeit aufs Minimum und arbeite, wenn möglich, nachts. Ich organisiere auch Spezial-Kitaaufenthalte, Kurzurlaube bei den Großeltern und prüfe Ferienangebote von Sportvereinen etc. So kann meine Tochter diesen Sommer für eine Woche in ein Kindercamp bei uns in der Nähe, wo sie tagsüber geballte Sport-Action hat und um 16 Uhr ausgepowert und zufrieden wieder nach Hause kommt. Bestimmt gibt es solche Angebote auch bei Ihnen in der Nähe! Das rechtzeitige Recherchieren lohnt sich.

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„Ganz wichtig ist außerdem: eine Mittagspause fix einrechnen. Die MUSS sein, um sich zu erholen.“

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6. Auszeiten nehmen

Wenn ich am Arbeitsplatz zuhause unruhig oder unkonzentriert werde, spiele ich eine halbe Stunde Klarinette. Oder ich gehe eine Stunde schwimmen. Ist das nicht purer Luxus? Die verlorene Arbeitszeit hole ich abends wieder nach, wenn die Kinder im Bett sind. Achtung: Das geht aber nicht jeden Abend! Sonst arbeitet man gefühlt 24 Stunden am Tag – und das laugt aus. Ganz wichtig ist außerdem: eine Mittagspause fix einrechnen. Die MUSS sein, um sich zu erholen. Auch wenn es aufwändig ist: Ich koche mir jeweils etwas. Das hilft mir dabei, wirklich abzuschalten.

7. Nachtschichten einlegen

Die ersten zwei Jahre meiner Selbständigkeit war mein Feierabend meistens erst um Mitternacht. Das zehrt an den Ressourcen. Mittlerweile hat es sich eingependelt, dass ich zwei bis drei Tage die Woche auch nachts arbeite. Das klingt anstrengend und ist es zu Zeiten auch. Dem gegenüber steht aber ein spontaner Tagesausflug mit den Kids, wenn sie unerwartet zuhause sind, während ich eigentlich arbeiten sollte. In den Sommerferien gehen wir dann ins Freibad oder auch mal ins Kino.

8. Der Weg ist das Ziel

Man startet im Home-Office nicht einfach von 0 auf 100 durch. Man muss seinen individuellen Weg finden, sich ausprobieren, auch mal scheitern mit einer Idee, die im familiären Gefüge nicht funktioniert, wie gewünscht. Und selbst wenn plötzlich alles klappt – im nächsten Moment kann sich wieder alles ändern, zum Beispiel wenn die Sommerferien vorbei und neue Stundenpläne aktuell sind. Die Kinder werden älter, die Situation ist veränderbar. Das Gute dabei: Gerade das Home-Office punktet mit Flexibilität und man kann Job und Kinder viel besser unter einen Hut bringen.

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Über die Autorin:
Séverine Bonini bloggt als „Mama on the rocks“ über Kind, Karriere und Kompetenzen. Seit Juli 2014 ist sie selbständig als Verlegerin medizinischer Fachzeitschriften und als freie Journalistin und Bloggerin in den Bereichen Familie und Gesundheit tätig. Als Business Mom durchlebt sie den ständigen Spagat zwischen Job, Kindern, Haushalt und Ehe. Sie ist zudem Organisatorin der Swiss Blog Family, der Schweizer Elternbloggerkonferenz in Basel.


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