Winterzeit, Mützenzeit: Wie Sie Kopfläuse vertreiben

Sie kennen das bestimmt auch: Egal ob Sie ein Kind im Kindergartenalter oder in der Schule haben – mit der kälteren Jahreszeit setzt das regelmäßige Bangen um das Vermeiden von Kopfläusen ein. Denn längeres Dieköpfezusammenstecken und Mützentausch sind hoch dann angesagt. Ist Ihr Schützling einmal befallen, gestaltet sich die anstehende Prozedur als langwierig und anstrengend: zweimalige Haarbehandlung, Auskämmlanglauf, Wäschemarathon, Kuscheltiereinfrieren… Die Liste der Läusebekämpfungsdisziplinen ist lang. Ich habe einmal für Sie zusammengefasst, was es über die kleinen, leider unvermeidlichen Biester zu wissen gilt und wie Sie sich die unbeliebten Besucher vom Leibe halten.

 

Immer wieder lösen die klitzekleinen Blutsauger namens Kopfläuse in Familien, Schulen und Kindertageseinrichtungen Angst und Schrecken aus. Und fast jede Kinderbetreuungseinrichtung ist irgendwann einmal von ihnen betroffen: Denn immerhin werden 85 Prozent aller Kinder im Laufe ihres Kinderlebens von Kopfläusen heimgesucht viele auch mehrfach. Läusebefall ist keineswegs ein Zeichen für mangelnde Hygiene  dennoch wird das Thema häufig immer noch tabuisiert. Dabei ist Aufklärung die beste vorbeugende Maßnahme, um einer Ausbreitung der kleinen Tierchen entgegenzuwirken.

Gut zu wissen

Kopfläuse werden gerade einmal vier Wochen alt. Die kleinen Viecher können ausschließlich auf behaarten menschlichen Köpfen überleben! Dort müssen sie einmal pro Tag eine Blutmahlzeit stibitzen, um am Leben zu bleiben. Und genau das merken wir, denn der Speichel der Läuse löst beim Beißen in die Kopfhaut bei uns das nervige Jucken aus. Leider vermehren sich die Tierchen sehr rasch: Die Läuseweibchen legen täglich (!) drei bis zehn Eier in den Haaren des betroffenen Menschen ab. Diese sind in Nissen verpackt, damit sie schön fest mit dem Haar verkleben. Spätestens nach zehn Tagen schlüpfen dann die Läusebabys und der Kreislauf beginnt von vorne. Die leeren Nissen bleiben im Haar zurück und sehen weißlich aus. Bei Nissen, die gräulich und nur Millimeter von der Kopfhaut entfernt sind, handelt es sich hingegen um frische Nissen.

Kopfläuse richtig behandeln

Bevor Sie Ihr Kind nach Läusebefall wieder in seine Betreuungseinrichtung schicken, sind sie verpflichtet, es mit einer amtlich zugelassenen Entwesungsarznei zu behandeln. Es gibt verschiedene Mittelchen am Markt. Für Kinder eignet sich das ungiftige Kriechöl Dimeticon sehr gut, da es die Atemwege der Kopfläuse verstopft und diese folglich ersticken lässt. Darauf sollten Sie bei der Behandlung unbedingt achten, damit die Läuse möglichst effektiv entfernt werden:

  • Anti-Läuse-Arznei nach dem Waschen ins feuchte Haar auftragen und gleichmäßig verteilen, am besten durchkämmen
  • Arznei in ausreichender Menge auftragen (bei langen Haaren sehr viel mehr)
  • auf ausreichende Einwirkzeit achten (min. 45 Minuten, am besten über Nacht im Haar lassen)
  • Haare drei Tage nach der Behandlung nicht waschen
  • alle (toten) Läuse und Nissen mit einem feinzinkigen Läusekamm auskämmen
  • Behandlung nach einer Woche unbedingt wiederholen
  • Haare regelmäßig nachkontrollieren, am besten durch nasses Auskämmen mit Pflegespülung

 

Wichtig: Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sind die Nachbehandlung, Kontrollen und vor allem die mechanische Entfernung der Nissen. Denn leider gibt es kein Arzneimittel, das die Läuseeier zu 100 Prozent abtötet. Sie können Ihre Kinder bei erstmaligem Kopflausbefall am Folgetag der Erstbehandlung guten Gewissens wieder in die Betreuungseinrichtung schicken. Sie benötigen in diesem Fall kein ärztliches Attest.

Umgebung reinigen & so Rückfall vorbeugen

Folgende Dinge sind ratsam zu tun, um einer Verbreitung der Läuse entgegenzuwirken. Denn diese können bis zu drei Tage lang ohne Nahrung auskommen und dann wieder auf den Kopf eines Menschen krabbeln.

  • Haare aller Familienmitglieder kontrollieren und ggf. mitbehandeln
  • Haarbürsten und Kämme gründlich reinigen
  • Kopfbedeckungen und Schals möglichst heiß waschen
  • Bettwäsche, Schlafanzug, Handtücher etc. waschen
  • Kuscheltiere und Fahrradhelm einfrieren oder mindestens drei Tage in Plastiktüten stecken
  • Sofa-, Autopolster, Kopfstützen, Teppiche etc. absaugen
  • fairerweise die betreuende Einrichtung informieren

Kind für Thema Läuse sensibilisieren

Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Kind über das Thema Kopfläuse. Teilen Sie ihm mit, dass Läuse nichts Schlimmes sind und auch keinem weh tun. Es werden durch Kopfläuse keinerlei Krankheiten übertragen. Ihr Kind sollte also keine Angst vor den Krabbeltierchen haben, Ihnen aber eine Rückmeldung geben, wenn es davon in der Schule oder Kita hört. Dann können Sie schnell reagieren und den Kopf Ihres Kindes kontrollieren.

Geben Sie Ihrem Kind beim Auftreten von Läusen in der betreuenden Tageseinrichtung einfach mit auf den Weg, dass es in den nächsten Wochen besser nicht die Köpfe mit den Spielkameraden zusammenstecken sollte. Denn Läuse krabbeln blitzschnell von Haar zu Haar, also auch von Kopf zu Kopf. Sie können nicht springen (wie viele vermuten), weshalb ein normaler Abstand zu den Klassenkameraden oder Spielgruppenkindern völlig ausreichend ist. Außerdem können Sie Ihrem Kind beibringen, dass ein Mützentausch mit den Mitschülern während der Läusehochzeit absolut tabu ist. Kontrollieren Sie Ihr Kind bei Läusealarm am besten täglich, so können Sie rasch eingreifen und eine Verbreitung verhindern.

Ich wünsche Ihnen natürlich, dass Sie von den kleinen Biestern möglichst verschont bleiben und somit dem Behandlungsmarathon entgehen!

 

 

Über Katrin Lewandowski

PR-Profi und Redakteurin Katrin Lewandowski ist seit 2014 bei Betreut.de im Boot und verantwortet unter anderem das Betreut.de Familienmagazin. Als Mutter zweier Kinder und mit einer älteren Schwiegermama im Gepäck weiß sie genau, wie es sich anfühlt, in der Sandwichposition zu rudern und wie schwer es manchmal sein kann, Job und Familie unter einen Hut zu kriegen.


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