Grundqualifizierung in der Kindertagespflege

Ein Grund-Qualifizierungskurs ist verpflichtend und Voraussetzung dafür, die Erlaubnis zur Tagespflegeperson zu erhalten. Auch Personen, die bereits eine pädagogische Ausbildung absolviert haben, müssen den Grund-Qualifizierungstest ablegen. Dieser wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den zuständigen Arbeitsagenturen finanziell gefördert.   Allgemein orientieren sich die Kurse an einem Curriculum des Deutschen Jugendinstituts, das die neuesten Kenntnisse der Frühpädagogik enthält. In 5 Bundesländern ist der fachlich akzeptierte Mindeststandard von 160 Unterrichtsstunden oder mehr rechtlich verankert. Dazu gehören Bremen, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. In Nordrhein-Westfalen verweist eine implizite Regelung auf 160 Unterrichtsstunden. In Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg und Sachsen-Anhalt umfasst die Landesregelung einen geringeren Stundenumfang. In Bayern und Hessen gelten Empfehlungen und Anreizsysteme zu weniger als 160 Stunden, wohingegen in Niedersachen und Rheinland-Pfalz 160 Unterrichtsstunden und mehr empfohlen werden. Nur in Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine rechtlichen Regelungen zum Qualifizierungsumfang.

Das Spektrum an Qualifizierungsträgern ist bundesweit sehr unterschiedlich. Es gibt Angebote von:

  • Örtlichen Weiterbildungsträgern
  • Jugendhilfeträgern (Jugendamt)
  • Tageselternvereinen
  • Familienbildungsstätten
  • Volkshochschulen
  • Andere Erwachsenenbildungseinrichtungen

Die Inhalte der Grund-Qualifizierung unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Sie haben  jedoch meist ähnliche Inhalte, wie zum Beispiel:

  • Gestaltung der Eingewöhnungsphase
  • Erziehungssituationen in der Kindertagespflege
  • Bildungsauftrag
  • Förderung von Kindern
  • Kooperation – Vernetzung – Qualifizierung
  • Arbeitsbedingungen
  • Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
  • Rechtliche und finanzielle Grundlagen der Kindertagespflege
  Nach dem Grund-Qualifizierungskurs können angehende Tagespflegepersonen noch weitere Fortbildungen und Qualifizierungen besuchen, die sie für die pädagogische Arbeit qualifizieren.
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