Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Moana Werschler

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Moana Werschler ist Mama- und Foodbloggerin des Blogs Miss Broccoli. Sie lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, liebt Gemüse und gutes Essen. Seit mehreren Jahren arbeitet sie in der Gemüsebranche und bezeichnet sich selbst als Öko-Mama. Ihren Alltag mit ihrem Sohn unterteilt sie in Großeltern-, Kita- und Papa-Tage. Wie ihr Leben als Working-Mom sonst aussieht, hat sie uns erzählt.  

Wie sieht dein Berufsleben aus – Vollzeit, Teilzeit, Auszeit? Arbeitest du im Home-Office? Selbstständig oder angestellt?

Ich bin bei meinem Arbeitgeber zu 50 % angestellt. Einen Tag arbeite ich im Büro auswärts und pendle mit dem Zug. Die restlichen 1,5 Tage arbeite ich im Home-Office. Zudem arbeite ich noch etwa 10 % für meinen Blog missbroccoli.com.

Haben du und dein(e) Partner*in (oder Ex-Partner*in) eine bestimmte Routine, mit der ihr eure Woche organisiert? Wenn ja, wie sieht sie aus bzw. wer ist für was wann zuständig?

Ja unsere Woche sieht im Normalfall immer gleich aus, sonst wäre die Organisation sehr aufwendig. Wir arbeiten immer an den gleichen Tagen. Eine Woche im Monat sieht aber anders aus. Da arbeite ich anstelle von Montag am Mittwoch und bin sehr spät zuhause. Diese Termine weiß ich jedoch Monate im Voraus und die Betreuungspersonen sind informiert. Der Freitag ist immer der Papa-Tag.

Wie regelt ihr die Kinderbetreuung?

Ein Tag ist Großeltern-Tag, ein Tag ist Kita-Tag und dann gibt’s noch den Papa-Tag. Die übrigen 2,5 Tage unter der Woche sind Mama-Tage. Das Wochenende gehört der Familienzeit. Gibt es mal Änderungen, ist eine schnelle und aktive Kommunikation gerade beim Papa und den Großeltern wichtig. Dafür gibt es z.B. auch WhatsApp Gruppen oder einen Familienkalender.

Gibt es bestimmte „Kinderzeiten“ – also Zeiten, in denen es dir besonders wichtig ist, mit deinen Kindern Zeit zu verbringen?

Wichtig ist mir insbesondere der Mittwochmorgen, da findet bei uns im Dorf das Mutter-Kind-Kaffee statt, wo sich viele Mamas mit ihren Kindern treffen, die Kinder spielen und die Mamas sich austauschen können. Ansonsten bin ich viel unterwegs mit meinem Sohn, wenn ich meine Freundinnen besuche etc.

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"Sich selbst weiter als Paar und nicht mehr nur als Eltern zu sehen darf man nicht vergessen, ist aber die größte Herausforderung."

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Gab es Situationen, in denen du dich bei der Arbeit für dein Kind positionieren oder als Mutter/Vater Stellung beziehen musstest? Wie hast du reagiert? Würdest du heute anders reagieren?

Bei meiner vorherigen Stelle wurde ich nach meinem Mutterschaftsurlaub (der ja in der Schweiz nur 14 Wochen dauert) nach etwa neun Monaten in meiner Position degradiert. Begründung: Man könne mit 50 oder 60 % Arbeitszeit keine Leitungsfunktion wahrnehmen. Ich habe gesagt, das sei unfair, habe Modelle präsentiert, wie es funktionieren könnte und bin gegen eine Wand gelaufen. Nach einem Monat war klar, dass ich auf Jobsuche gehe.

Wenn du mehr freie Zeit hättest, wofür würdest du sie nutzen?

Ich würde mir mehr Zeit gönnen zum Ausspannen, einfach mal ein Buch lesen oder mal wieder wellnessen gehen.

Zum Thema Beziehung: Was ist das Wichtigste, um gemeinsam glücklich zu bleiben?

Kommunikation ist das Wichtigste, sich mitteilen und zuhören, um zu erkennen, wenn man etwas ändern muss oder es dem anderen nicht gut geht und einfach auch nur, um zusammen zu wachsen. Sich selbst weiter als Paar und nicht mehr nur als Eltern zu sehen darf man nicht vergessen, ist aber die größte Herausforderung. Sofern es möglich ist, darf man da kein schlechtes Gewissen haben, das Kind mal abzugeben oder die Tante kann mal hüten und die Eltern machen sich mal einen schönen Abend oder sogar ein Wochenende mit Ausschlafen.

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"Eine schnelle Kommunikation ist wichtig:

Dafür gibt es z.B. WhatsApp Gruppen oder einen Familienkalender."

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Hast du besondere Tipps oder Anregungen für andere Eltern, wie man der Doppelbelastung kleine Kinder und Beruf Herr wird? Gibt es konkrete Beispiele für Maßnahmen oder Entscheidungen, die du für dich ergriffen bzw. getroffen hast, um dieser Situation zu begegnen?

Wichtig ist, ein gutes Netz an Betreuungspersonen (im Normalfall die Großeltern) in der Nähe zu haben, oder auch Nachbarn, die man gut kennt und denen man vertraut. Ansonsten ist eine gute Organisation das A und O, damit es keine Stresssituationen und Missverständnisse gibt. Leider hängt dies wohl meist an der Mama – oder wer ist das größere Organisationstalent? Und wichtig: sich selbst als Paar dabei nicht vergessen und sich ab und zu mal was gönnen. Man hat es sich ja verdient!  

Vielen Dank für das Interview, Moana!.

 

Über Moana Werschler:

Moana alias Miss Broccoli ist ein Foodie, liebt Gemüse, gutes Essen und die kleinen schönen Dinge im Leben. Sie arbeitet seit mehreren Jahren in der Gemüsebranche und ist somit an der Quelle dieses spannenden Nahrungsmittels, das auch die Hauptrolle in ihren Rezepten und Ernährungstipps spielt. Auf ihrem Blog findet man neben Mamathemen viele Rezepte, vom ersten Babybrei bis zu gesunden kleinkindergerechten Familienrezepten. Optimal für alle Mamas mit wenig Zeit.
 
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