Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Nina Nägel

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Nina ist dreifache Mutter, hat ein eigenes Label, und hat sich vor 16 Jahren selbständig gemacht. Da Ihr Mann auch Freiberufler ist, kümmern sich beide je nach Bedarf gemeinsam um die Kinder. Neben Ganztagsplätzen in Kita und Schule gibt es außerdem noch ein Au-Pair, das tatkräftig im Alltag unterstützt – und es Nina und Ihrem Mann ermöglicht, sich auch mal spontan die so wichtige Zeit zu zweit zu gönnen.

Wie sieht dein Berufsleben aus (Vollzeit, Teilzeit, Auszeit? Arbeitest du im Homeoffice? Selbstständig oder angestellt?)

Ich bin seit knapp 16 Jahren selbständig. Erst mit meinem eigenen Designstudio, und vor acht Jahren haben meine Mutter und ich dann die Firma byGraziela gegründet. Ich arbeite vier Tage die Woche. Bis vor Kurzem aus meinem Homeoffice.

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Haben du und dein Partner (oder Ex-Partner) eine bestimmte Routine, mit der ihr eure Woche organisiert? Wenn ja, wie sieht sie aus bzw. wer ist für was wann zuständig?

Nein, eine bestimmte Routine nicht. Mein Mann ist auch selbstständig und wir machen das eher „bedarfsorientiert“. Meine Erfahrung ist, dass man insgesamt flexibel und fokussiert sein muss. Wenn bei mir die Luft brennt, übernimmt Simon mehr Aufgaben mit den Kindern und andersrum. Wir können uns da gut absprechen, man muss dazu aber ganz klar sagen, dass ich klar den Durchblick habe, wer, wann, wo sein muss..

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Ninas Life Hacks:

Au-pair| Home-Office | Selbständigkeit

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Wie regelt ihr die Kinderbetreuung?

Die beiden Jungs gehen in die Schule und die Kleine kommt jetzt in den Kindergarten. Hier in England geht der Schulunterricht immer bis 15:30 Uhr. Alexa ist bis 17:00 Uhr im Kindergarten. Wir haben ein Au-Pair. Das heißt wir teilen uns viele der anfallenden Aufgaben zu Dritt - das hilft sehr.

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Gibt es bestimmte „Kinderzeiten“ – also Zeiten, in denen es Dir besonders wichtig ist, MIT dem Kind Zeit zu verbringen?

Die Wochenenden und die Zeit zwischen 16:00 und 20:00 Uhr – das ist ganz klar Kinderzeit. Und der Freitag gehört schon immer voll den Kindern, die Kleine ist da mit mir zusammen und die Kinder kommen früher aus der Schule. Die Schulferien kann ich mir natürlich auch alle frei nehmen, denn ich muss mich ja nicht an eine bestimmte Anzahl von Urlaubstagen halten, das ist natürlich großartig.

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„Wir haben ein Au-Pair. Das heißt wir teilen uns viele der anfallenden Aufgaben zu Dritt - das hilft sehr."

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Gab es Situationen, in denen du dich bei der Arbeit für dein Kind positionieren oder als Mutter Stellung beziehen musstest? Wie hast Du reagiert? Würdest Du heute anders reagieren?

Nein – eigentlich nicht. Aber das liegt daran, dass ich mein eigener Chef bin und – mehr oder weniger – machen kann, was ich will. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war auch einer der Gründe für die Selbstständigkeit.

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Wenn du mehr freie Zeit hättest, wofür würdest du sie nutzen?

Für mich selbst! Zum Beispiel würde ich mehr Zeit in mein altes Hobby investieren und mal wieder etwas Aufwändigeres nähen.

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Zum Thema Beziehung: Was ist das Wichtigste, um gemeinsam glücklich zu bleiben?

Der Mann macht einfach das, was die Frau sagt. Nein – im Ernst: Ich denke, man muss sich grundsätzlich verstehen. Also, die Fähigkeit gut miteinander zu kommunizieren, hilft bestimmt. Dem anderen wohlwollend zu begegnen, ist sicherlich auch nicht verkehrt und sich mit Absicht Zeit für einander nehmen, um sich als Paar nicht aus den Augen zu verlieren.

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„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war auch einer der Gründe für die Selbstständigkeit."

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Hast du besondere Tipps oder Anregungen für andere Eltern, wie man der Doppelbelastung kleine Kinder und Beruf Herr wird?

Wenn die Kinder klein sind, macht ein Home-Office auf jeden Fall Sinn. Ich konnte so viel flexibler arbeiten und stressfreier auf „Sondersituationen“ wie Krankheit etc. reagieren. Wir haben lange überlegt, ob wir wirklich ein Au-Pair wollen. Anfangs hatten wir Bedenken, wie es ist, jemand Fremdes bei sich wohnen zu haben. Inzwischen sind wir wirklich froh, um diese Unterstützung. Es gibt einem als Eltern so viel Freiheit. Zum Beispiel einfach mal spontan abends noch etwas essen zu gehen oder Freunde zu treffen. Ich finde, Spontaneität in einer Partnerschaft mit Kindern ist echter Luxus. Das genieße ich sehr!  

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Über Nina Nägel

Nina Nägel lebt mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern in London. Zusammen mit ihrer Mutter Graziela Preiser gründete sie 2008 das Label byGraziela. Das Mutter-Tochter-Duo bringt seit dem die einzigartigen und preisgekrönten 70er Jahre-Designs von Graziela Preiser wieder auf den Markt. Das stetig wachsende Sortiment präsentiert hochwertige Produkte für Wohn-, Kinder- und Badezimmer in fröhlichen Farben und zeitlosem Design. Die besondere Mischung der kultigen Retromotive in moderner Aufbereitung ist es, die Groß und Klein heute wie gestern begeistert.
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