Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Sarah Depold

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Bereits während ihres Studiums erstellte Sarah Depold im Jahr 2010 ihren Blog Mamaskind.de. Inzwischen ist aus einem anfänglichen SEO-Projekt eine Herzensangelegenheit geworden. Hauptberuflich arbeitet Sarah als Head of SEO und berichtet mehrmals pro Woche über ihr Leben mit Mann und drei Kindern in Berlin-Wilmersdorf. Ihre Geheimwaffe für das wachsende Chaos im Haushalt? Sie hat es uns verraten.

 

Wie sieht dein Berufsleben aus – Vollzeit, Teilzeit, Auszeit? Arbeitest du im Home-Office? Selbstständig oder angestellt?

Im Moment bin ich noch in Elternzeit. Ab April werde ich wieder hauptberuflich in Teilzeit für den coolsten Babyladen in Berlin arbeiten und nebenberuflich meinen Blog selbstständig weiterführen. Für beide Jobs bin ich meist im Home-Office. Dadurch und dank meiner tollen Chefs musste ich vor der Elternzeit keinen einzigen Kinderkrankentag einreichen. Ich konnte die Fehlzeit abends nachholen.

Haben du und dein(e) Partner*in (oder Ex-Partner*in) eine bestimmte Routine, mit der ihr eure Woche organisiert? Wenn ja, wie sieht sie aus bzw. wer ist für was wann zuständig?

Mein Mann nimmt mir das Stressigste ab und macht die beiden Jungs fertig für Schule und Kita, wobei der Schuljunge schon sehr selbstständig ist. Er bringt sie dann auch zur Kita & Schule und ich starte gemütlich in den Tag. Ich arbeite, wuppe den Haushalt (die Wäscheberge sind unglaublich bei drei Kindern!) und hole den Schuljungen wieder ab. Das Kitakind übernimmt mein Mann, der extra früh mit der Arbeit anfängt, um früh Schluss zu haben. Das klappt bei uns super!  

Gibt es bestimmte „Kinderzeiten“ – also Zeiten, in denen es dir besonders wichtig ist, mit deinen Kindern Zeit zu verbringen?

Ich liebe die Zeit nach Schulschluss, wenn mein Großer Hausaufgaben macht. Er mag es, wenn ich ihn dabei begleite und ich finde es toll, zu sehen, wie weit er schon ist. Dasselbe gilt für meinen kleinen Sohn, dem ich die Zeit widme, sobald er nach Hause kommt. Unser Baby-Mädchen Püppiline hat im Moment am meisten Zeit mit mir.

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"Redet man ständig aneinander vorbei, wird man sich irgendwann egal und der andere uninteressant. Da muss man früh gegensteuern."

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Gab es Situationen, in denen du dich bei der Arbeit für dein Kind positionieren oder als Mutter/Vater Stellung beziehen musstest? Wie hast du reagiert? Würdest du heute anders reagieren?

Ich habe gekündigt. ;) In einem Startup, in dem ich arbeitete, war es üblich, lange zu bleiben. „Teilzeitmuttis“ waren anscheinend nicht gerne gesehen. Das merkte man durch verschiedene Bereiche. Ich war unglücklich, fühlte mich nicht wertgeschätzt und ging. In meinem jetzigen Job ist es eher ein Plus, Kinder zu haben. Ich bin ganz nah dran an den Baby- und Kinderprodukten, die wir verkaufen.

Wenn du mehr freie Zeit hättest, wofür würdest du sie nutzen?

Konsolenspiele, Bücher und kreative Dinge. Viel wichtiger wäre mir allerdings mehr exklusive Zeit mit meinem Mann. Über normale Dinge außerhalb der Kinderwelt reden. Das kommt sehr selten vor. Wir helfen uns mit einer Babysitterin aus dem Freundeskreis, die schon zweimal auf die Jungs aufpasste.

Zum Thema Beziehung: Was ist das Wichtigste, um gemeinsam glücklich zu bleiben?

Miteinander reden. Fällt das aus oder redet man ständig aneinander vorbei, wird man sich irgendwann egal und der andere uninteressant. Da muss man früh gegensteuern. Nicht nur über Kinder reden hilft auch ungemein. Auch wenn es anfangs ungewohnt ist, nach der Babyzeit, in der das Kind der Lebensmittelpunkt war. Das Miteinander darf nicht vergessen werden.

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"Jetzt sind die Kinder klein und es ist so großartig, für sie da zu sein, sie aufwachsen zu sehen. Das bekommen wir nicht zurück!"

 

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Hast du besondere Tipps oder Anregungen für andere Eltern, wie man der Doppelbelastung kleine Kinder und Beruf Herr wird? Gibt es konkrete Beispiele für Maßnahmen oder Entscheidungen, die du für dich ergriffen bzw. getroffen hast, um dieser Situation zu begegnen?

Mein Mann trat von seiner Projektleiterposition zurück, um mehr Zeit mit uns verbringen zu können, statt nachts (wegen der Zeitverschiebung) in Meetings zu sitzen. Wir fragten uns: Muss das jetzt sein? Und verneinten. Jetzt sind die Kinder klein und es ist so großartig, für sie da zu sein, sie aufwachsen zu sehen. Das bekommen wir nicht zurück! Ich werde weiterhin in Teilzeit arbeiten, damit wir die Nachmittage zusammen haben. Wir lassen zudem die Einkäufe liefern, was nicht unbedingt teurer ist (je nach Laden, in dem man sonst einkauft) und organisieren alle Termine digital. Auch im Haushalt haben wir alle zwei Wochen Unterstützung, weil das Chaos schneller wächst, als wir es beseitigen können. Zudem empfinde ich es nicht als Belastung, Arbeit und Kinder zu haben. Ich brauche beides um glücklich zu sein. Genau wie ich die Gespräche mit meinem Mann brauche. Viele kleine Dinge ergeben ein Ganzes. Glück.  

Vielen Dank für das Interview, Sarah!.

 

Über Sarah Depold:

Sarah alias Mamaskind.de ist Mama von zwei Jungs und einem Mädchen und berichtet auf ihrem Blog vom bunten Alltag mit ihrer Familie in Berlin. Auf ihrer Seite finden Leser eine Mischung verschiedener Themen: angefangen bei Schule und Einschulung, über Gesundheit & Ernährung bis hin zu Tipps für den perfekten Kindergeburtstag.
 
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