Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Tanya Neufeldt

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Tanya Neufeldt alias Lucie Marshall ist Mutter eines 6-jährigen Sohnes und selbstständig als Autorin, Schauspielerin und Produzentin tätig. Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hilft es ihr vor allem, immer wieder die eigene Haltung zu überprüfen: Dazu gehört, sich selbst nicht zu stark unter Druck zu setzen und das Leben einfach auf sich zukommen zu lassen. Ansonsten helfen Hort, ein toller Babysitter und ein Netzwerk aus Freunden und Nachbarn dabei, beide Lebensbereiche zu kombinieren.

Wie sieht dein Berufsleben aus (Vollzeit, Teilzeit, Auszeit? Arbeitest du im Homeoffice? Selbstständig oder angestellt?)

Ich bin selbstständig als Autorin, Schauspielerin und Produzentin tätig. Meinen Tagesablauf und meine Arbeitszeiten bestimme ich allein. Das hat viele Vorteile aber auch Nachteile. Ich genieße es sehr, morgens sagen zu können: „Heute mache ich Homeoffice“ und mich im Schlafanzug an den Schreibtisch zu setzen. Aber es hat auch den Nachteil, dass ich als Einzige für Struktur und Disziplin verantwortlich bin. Eine Krankschreibung kann ich mir nur selbst überreichen und wenn ich Jobs nicht akquiriere, dann sind eben keine da.

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Haben du und dein Partner (oder Ex-Partner) eine bestimmte Routine, mit der ihr eure Woche organisiert? Wenn ja, wie sieht sie aus bzw. wer ist für was wann zuständig?

Es gibt einen Plan an dem wir uns entlang hangeln, aber dann kommt eigentlich permanent das Leben dazwischen. Von daher ist von uns allen 3 viel Flexibilität gefragt.

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Tanyas Life Hacks:

Gutes Netzwerk| Entspannte Haltung | Babysitter | Home Office

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Wie regelt ihr die Kinderbetreuung?

Noah geht in den Hort und wir haben einen tollen Babysitter. Wir haben Nachbarn und Freunde, die uns unterstützen. Ich versuche, um 16 Uhr Schluss zu machen, damit wir den Nachmittag und Abend zusammen verbringen. Das klappt mal sehr gut und mal überhaupt nicht.

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Gibt es bestimmte „Kinderzeiten“ – also Zeiten, in denen es Dir besonders wichtig ist, MIT dem Kind Zeit zu verbringen?

Der Abend ist mir wichtig. Zum Ausklingen des Tages. Für mich und ihn. Wir kochen abends immer und am besten lässt es sich erzählen, wenn man keinen Zeitdruck hat. Beim Gemüse schnippeln, in der Badewanne, beim Malen. Mir tun diese Abende auch sehr gut.

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„Aber ich glaube auch, dass es ganz viel damit zu tun hat, ob man diese beiden Dinge - Kinder und Beruf - konstant als Doppelbelastung ansieht oder eben als 'das Leben'“.

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Gab es Situationen, in denen du dich bei der Arbeit für dein Kind positionieren oder als Mutter Stellung beziehen musstest? Wie hast Du reagiert? Würdest Du heute anders reagieren?

Ach, das ist immer ein Spagat. Es gibt Firmen, die das total verstehen, aber manchmal ist es auch gar nicht mein Gegenüber, sondern vielmehr ich selbst, die sich im Weg steht. Dann denke ich: „Ich muss funktionieren!“ und mache genau das, was ich so oft den Arbeitgebern vorwerfe: Ich versuche, eine Linie zwischen Kind und Berufsleben zu ziehen. Dabei gehört es ja alles zu einem Leben und ins Leben. Und manchmal sitzt das Kind halt beim Meeting mit dabei, weil es Schnupfen hat. Ja, und? Wenn ich mit dieser Haltung rangehe, dann hat es noch nie Probleme gegeben.

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Wenn du mehr freie Zeit hättest, wofür würdest du sie nutzen?

Mehr reisen. Wir sind jetzt durch die Schule an feste Zeiten gebunden. Das fühlt sich an wie ein Alptraum.

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Zum Thema Beziehung: Was ist das Wichtigste, um gemeinsam glücklich zu bleiben?

ZEIT!

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„Und manchmal sitzt das Kind halt beim Meeting mit dabei, weil es Schnupfen hat."

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Hast du besondere Tipps oder Anregungen für andere Eltern, wie man der Doppelbelastung kleine Kinder und Beruf Herr wird?

Ich kann da überhaupt keine Tipps geben. Als Eltern ein Paar zu bleiben, ist bestimmt die schwierigste Aufgabe in dem Kapitel „Eltern werden und sein.“ Aber ich glaube auch, dass es ganz viel damit zu tun hat, ob man diese beiden Dinge - Kinder und Beruf - konstant als Doppelbelastung ansieht oder eben als „das Leben“. Klar, wir leben in einem Zeitalter von höher, schneller, weiter und man kann sich dem nicht komplett entziehen. Und doch sind wir es, die unser Leben gestalten. Das mag sich irrsinnig nach Klugscheißer anhören und ich kriege das natürlich auch nicht immer hin. Aber ich glaube daran.

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Über Tanya Neufeldt:

Tanya Neufeldt alias Lucie Marshall schreibt seit Herbst 2012 ihren Blog www.luciemarshall.com über den Spagat als berufstätige Mutter, aber auch über Reisen und Lifetsyle. Ihr erstes Buch „Lucie Marshall - Auf High Heels in den Kreissal“ erschien 2015, der Nachfolger „Mama I need to kotz“ über ihr Jahr mit Familie in London im Sommer 2016. Alle Folgen ihrer Lucie Marshall Webserie kann man bei vimeo anschauen. Auf Facebook kann man Lucie hier folgen. Wer schöne Bilder aus dem Leben von Lucie sehen möchte, der kann das auf Instagram tun.
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