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Interview mit Autor Lasse Walter

Gespräch zum Urlaub mit Hund

Mit Hund kann sich vieles ändern – Auch der Blick auf die eigene Stadt! Autor Lasse Walter hat darüber ein Buch geschrieben.

Hund in der Stadt – für Lasse und Hund Ludwig kein Problem. Das Gespann lebt seit einem Jahr zusammen und hat Berlin in dieser Zeit neu erobert.

1. Was macht Ludwig im Sommer am liebsten?

Wir hatten ja erst einen gemeinsamen Sommer in Berlin im letzten Jahr und da war Ludwig noch ganz klein. Für größere Ausflüge, wie dem Hundetag im Berliner Tierpark, haben wir uns einen Hundefahrradanhänger gekauft, den man auch als Hunde-Karre ohne Fahrrad nutzen kann – das Ludwig-Mobil. Seitdem Ludwig älter ist, machen wir gerne Ausflüge ins Berliner Umland oder zu den Hundeauslaufgebieten. An normalen Arbeitstagen liegt Ludwig vor dem Salon Kaiserschnitt von meinem Freund Björn und sonnt sich. Wenn ihm zu warm ist, geht er rein und gibt Björn zu verstehen, dass er ins Bad auf die kalten Fliesen will. Das geht dann im Halbstunden-Takt.

2. Fährst du mit oder ohne Ludwig in den Urlaub?

Natürlich MIT Ludwig. Ludwig gehört ja zur Familie. Nun sind mein Freund und ich beide selbstständig und machen sowieso keinen Urlaub. Dieses Jahr verreisen wir jedoch für eine Woche mit einem befreundeten Pärchen, die auch einen Basset Hound haben (Ludwigs beste Freundin Toni) nach Dänemark. Das ist der erste Urlaub für mich seit über drei Jahren. Auch wenn Dänemark wegen seines sehr strengen Hundegesetzes seit 2010 in der Kritik der Hundebesitzer steht, freuen wir uns sehr auf den Urlaub und mit den beiden Würsten am Strand entlang zu spazieren. Seitdem wir Ludwig haben, waren wir erst ein Wochenende ohne ihn unterwegs. Ludwig war da bei Toni und hatte uns wohl weniger vermisst, als wir ihn.

3. Was hat sich in deiner Reiseplanung verändert, seit du Ludwig hast?

Es gibt sogar Umfragen unter Hundehaltern dazu und ich kann die Ergebnisse nur unterschreiben. Ein Viertel der Befragten gab an, dass sie wegen des Hundes auf Urlaub verzichten. Und auf Auslandsurlaub verzichten rund 30 Prozent der Befragten.Mit einem Hund zu fliegen und ihn in einer Box im Frachtraum zu lassen, macht jeder Hundehalter nur im äußersten Notfall. Die Deutsche Bahn kann man auch nicht als hundefreundlich bezeichnen, ganz im Gegenteil. Im Zuge der Recherchen meines Hundebuches „Hundeshauptstadt Berlin“ haben ich sogar mit einer Pressevertreterin gesprochen, die mir deutlich zu verstehen gegeben hat, dass Hunde eigentlich in Zügen nicht erwünscht sind, weil sich die anderen Fahrgäste angeblich daran stören.Ein eigenes Auto haben wir wie viele Berliner Hundebesitzer nicht. Unser Mietwagen für den Dänemarkurlaub für vier Erwachsene plus zwei Hunde plus Gepäck ist ein kleiner Reisebus und kostet mehr als das Ferienhaus. Die Hunde haben mit Hundenapf, Hundebett, Hundefutter, Hundeleine, Maulkorb etc. genauso viel Gepäck wie wir Erwachsenen.

4. Welche Ecken in und außerhalb Deutschlands empfindest du als besonders tierfreundlich?

Wir haben noch nicht so viele eigene Erfahrungen mit unserem Hund Ludwig gesammelt. Bisher waren wir nur in Unna, Dortmund und Lübeck mit ihm und dort waren alle nett. Natürlich sind Nachrichten, wie die Hundemorde in der Ukraine vor der Fußball WM oder eben die sehr strengen Hundegesetze in Dänemark Grund für viele Hundehalter, nicht in diese Länder zu reisen.

Ich würde nicht in muslimisch geprägte Länder reisen, aus Rücksicht vor Ludwig und der dort lebenden gläubigen Muslime. Das habe ich auch in meinem Hundebuch recherchiert. Einem gläubigen Moslem wäre nach einer Berührung mit einem Hund und sei es nur die kurze Berührung an der Kleidung, nicht mehr erlaubt, in dieser Kleidung und ohne seine Sachen vorher zu waschen, zu beten.In solchen Ländern kann ein Gassigang mit seinem Hund an der Leine bereits zu irritierten Einheimischen führen, weil Hunde nur als Schutzhunde gehalten werden oder als Straßenhunde existieren. Mein Tipp: In anderen Kulturen darf man nicht so selbstverständlich die Akzeptanz von Hunden erwarten wie in Deutschland.

Zur Person Lasse Walter

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Lasse Walter wurde 1979 in Lübeck geboren, ist seit Herbst 2004 Wahlberliner und seit Mai 2012 Hundehalter. Für den selbstständigen Marketingberater, Autor und Verleger ist „Hundeshauptstadt Berlin“ das zweite Buch als Autor nach seinem Debüt „Smiling Berlin – Eine Liebeserklärung in Bildern“. Es ist bereits der sechste Titel als Verleger im von ihm als Inhaber geführten Smiling Berlin Verlag.

 



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