Sommer mit einem neugeborenen Baby

Ich werde oft gefragt, wann der perfekte Zeitpunkt für ein Baby ist. Natürlich lautet die Antwort: Es gibt keinen! Denn egal, wann man ein Baby bekommt: Die erste Zeit mit einem Neugeborenen steckt immer voller Herausforderungen und Schwierigkeiten, die einen ins Stolpern geraten lassen. Und dann ist da auch noch der chronische Schlafmangel…

Optimale Jahreszeit für Säuglinge?

Es gibt jedoch einige Unterschiede, wenn man sein Baby im tiefsten Winter oder aber mitten im Hochsommer bekommt. Zwei meiner Kinder sind Winter-Babys und eines wurde im Juni geboren. Es gab definitiv große Unterschiede zwischen dem Versorgen eines Neugeborenen in solch unterschiedlichen Jahreszeiten. Und damit meine ich nicht nur die Anzahl der Kleidungsstücke, die ich den Kleinen morgens anziehen musste!

Zu versuchen, meine 12 Stunden alte Tochter für den kurzen Weg vom Krankenhaus ins Auto, in einen Schneeanzug zu packen, ihr eine Mütze und Handschuhe so groß wie Fingerhüte überzustreifen, war etwas, worauf ich nicht vorbereitet war. Ihre Ärmchen waren so zart und biegsam, dass es sich anfühlte, als würde man versuchen, Knetmasse in ein Röhrchen aus Fleece-Stoff einzufädeln.

Als mein Sohn im Sommers 2003 geboren wurde, war es auf der Entbindungsstation brütend heiß. Die Krankenschwestern liefen buchstäblich von Zimmer zu Zimmer und spülten die Babys mit kühlem Wasser ab, um zu verhindern, dass sie sich überhitzten.

Sommer mit Baby

Was ich damit sagen will: Jede Jahreszeit hat so seine Vor- und Nachteilen. Worauf sollten Sie also mit Ihrem Baby im Sommer achten?

1. Flüssigkeitsverlust

Bei heißen Temperaturen können Babys sehr schnell dehydrieren. Die einfachste Möglichkeit, herauszufinden, ob Ihrem Baby Flüssigkeit fehlt, ist, wenn Sie sich die Fontanelle an seinem Schädel ansehen oder diese SEHR vorsichtig betasten. Wenn sich dort eine Delle zeigt, braucht Ihr Baby zusätzliche Flüssigkeit. Ist Ihr Baby stark dehydriert, können Sie seine Milchrationen zwischendrin mit gekühltem, abgekochtem Wasser aufstocken. Verabreichen Sie Ihrem Baby das Wasser entweder mit dem Fläschchen oder einem sauberen kleinen Löffel. Erschrecken Sie nicht, wenn es sich besonders anfangs etwas verschluckt! Solange das Wasser seinen Weg hinunter findet, ist alles im grünen Bereich.

2. Empfindliche Haut

Die zarte Babyhaut ist gegenüber Sonnenlicht sehr viel empfindlicher als unsere. Auch an bewölkten Tagen, dringt noch sehr viel UV-Strahlung durch die Wolken. Daher ist ausreichendes und regelmäßiges Eincremen auch an Tagen ohne strahlenden Sonnenschein ein Muss! Vergewissern Sie sich, dass die Haut Ihres Babys niemals der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist.

Auch wenn Sie gebräunte Haut an Ihrem eigenen Körper schätzen, heißt dass nicht, dass auch Ihr Baby so aussehen muss, als hätte es einen Monat in St. Tropez am Strand gelegen. Die Haut Ihres Neugeborenen dick mit Sonnencreme einzureiben ist allerdings auch nicht die beste Idee, da es schwierig ist, die Creme hinterher wieder abzuwaschen. Grobes Reiben, um Cremerückstände zu entfernen, kommt aufgrund der empfindlichen Haut natürlich nicht in Frage. Sorgen Sie also am besten dafür, dass Ihr Baby sich nicht in der Sonne aufhält und auch im Schatten entsprechende Kleidung (zum Beispiel ein Sonnenhütchen) trägt.

3. Überhitzen

Da Babys noch nicht schwitzen können, kann ihr Körper seine Temperatur noch nicht richtig regulieren. Daher ist es umso wichtiger darauf zu achten, dass sie nicht überhitzen. Wenn es wirklich sehr heiß ist, benötigt Ihr Baby überhaupt keine Kleidung – eine Windel ist dann völlig ausreichend. Auch eine kuschelige Decke ist im Sommer zum Schlafen viel zu warm und sollte besser durch einen ganz dünnen Sommer-Schlafsack oder ein leichtes Musselin-Tuch zum Kuscheln ersetzt werden. Beim Spielen oder einem Nickerchen im Freien ist Schatten das A und O! Wenn Ihrem Baby sehr warm ist, können Sie seine Haut vorsichtig mit einem feuchten kühlen Tuch abwischen, um seine Körpertemperatur zu senken.

4. Planschbecken

So verlockend der Gedanke auch sein mag, einen Ausflug zum nächstgelegenen Freibad oder Strand zu unternehmen: Das Immunsystem Ihres Neugeborenen ist noch nicht genügend entwickelt, um mit den Bakterien zurechtzukommen, mit denen es dort in Kontakt kommen würde. Ärzte raten dazu, mit dem Schwimmengehen außerhalb der der eigenen vier Wände zu warten, bis das Baby erstmals alle notwendigen Impfungen erhalten hat.

5. Sonnenhüte

Was für ein Spaß ist es doch, dafür zu sorgen, dass das Sonnenhütchen auf dem Kopf des zappeligen Babys bleibt, das noch dazu vehement versucht, sich selbiges herunterzureißen?! Und wenn Sie es endlich doch geschafft haben, dauert es keine Minute und – schwupps! – liegt das Hütchen wieder auf dem Boden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Ihr Baby seine Kopfbedeckung braucht. Diese sollte am besten hinten etwas länger sein, damit die empfindliche Haut im Nacken vor der Sonne geschützt ist.

6. Allergien

Mit einem Neugeborenen ist alles neu – das verrät ja allein schon das Wort! Natürlich können Sie nicht von Anfang an wissen, ob und worauf Ihr Baby allergisch ist. Wenn Sie bemerken, dass es beim Kontakt mit bestimmten Dingen wie Pollen oder Gräsern allergische Reaktionen zeigt, sollten Sie Ihrem Kinderarzt einem Besuch abstatten.
Das Wundervoll daran, ein Sommer-Baby zu haben, ist die große Freiheit, die man bei der Auswahl der Unternehmungen im Sommer hat! Sich mit dem Baby auf eine weiche Decke unter einen Baum legen und zu beobachten, wie es staunend zu den Blättern hinaufschaut, während sich seine kleinen nackten Beinchen in der warmen Brise recken und strecken, bleibt eine meiner liebsten Erinnerungen aus den ersten Monaten mit meinem Kind.

Es gibt keinen „perfekten Zeitpunkt“ für ein Baby. Aber die Sommermonate haben definitiv etwas für sich – so lange man mit Hitze und der Sonne vorsichtig ist. Genießen Sie es!

 

 



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