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Betreuungsmodell Leihvater
Die Nachfrage nach männlichen Betreuern steigt
 

Die Zahl der Alleinerziehenden nimmt zu

Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend leben rund 18 Prozent aller Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil zusammen. Mehr als zwei Millionen Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf. Alleinerziehende bilden also einen wesentlichen Bestandteil der in Deutschland lebenden Familien. Davon sind 61 Prozent erwerbstätig, also nicht im Mutterschutz oder in Elternzeit. Die meisten Alleinerziehenden, die keiner Beschäftigung nachgehen, würden zwar gerne arbeiten, können sich jedoch nur schwer auf dem Arbeitsmarkt positionieren. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die meisten Alleinerziehenden eine echte Herausforderung. Alleinstehende Elternteile müssen sich zumeist viel höheren Anforderungen stellen, als Familien in denen beide Erziehungsberechtigten vorhanden sind. So ist die Organisation des Alltags, die Führung des Haushalts, die Kindererziehung oder die Sicherung der Finanzen mit nur einem Einkommen kaum zu bewerkstelligen. Gerade Alleinerziehende benötigen in diesen Bereichen häufig Unterstützung.

Und doch belegt die Studie „Lebenswelten und -wirklichkeiten von Alleinerziehenden“, dass Single Eltern ihre Situation überwiegend positiv betrachten. Sie verfügen in der Regel über mehr Selbstvertrauen und entwickeln Strategien, um ihren Alltag zu meistern.

Kind und Karriere? Für alleinerziehende Mütter immer noch schwierig

Bei allen Gleichberechtigungs- und Emanzipationsbestrebungen haben es vor allem alleinerziehende Frauen immer noch schwer, nach der Geburt ihres Kindes zügig zurück ins Arbeitsleben zu finden. Führende Wirtschaftsexperten sprechen sogar schon vom „Gender-Entwicklungsland“, da Frauen aufgrund von starren Arbeitszeiten, zu wenig Home-Office Angeboten und fehlenden Kitaplätzen der Aufstieg in die Chefetage erschwert werde. Besonders weiblichen Führungskräften fiele es schwer, Karriere und Privatleben zu vereinbaren, der Karriereknick sei oft vorprogrammiert. Wolle Deutschland den Anschluss an andere Staaten halten, so müssten Einstellungen per Quote geregelt werden.
 
Doch es gibt auch positive Entwicklungen auf dem Gebiet. So hat zum Beispiel das Bundesfamilienministerium in den Jahren 2009 und 2010 das Projekt „Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende“ ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt richtete sich hierbei auf die  
Bildung und Entwicklung lokaler Netzwerke, die den Alleinerziehenden weitgehende Unterstützung bieten sollen. Die Angebote werden dann speziell auf die Bedürfnisse der Alleinerziehenden abgestimmt. So umfasst die Initiative mehr finanzielle Leistungen, wie etwa die Erhöhung und frühere Staffelung des Kindergeldes und die Einführung des Elterngeldes. Das 2008 in Kraft gesetzte Kinderförderungsgesetz (KiföG) hat das Ziel, den Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren weiter voranzutreiben, von dem auch Alleinerziehende profitieren können. 

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