588_big

Das Sabbatjahr

Auszeit vom Job

Ein Sabbatical kann die Geschwindigkeit des Alltags zeitweise herausnehmen und dem Arbeitnehmer Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens einräumen.

Das Modell Sabbatical

Sabbatical ist ein englischer Begriff für einige Monate in Auszeit vom Job. Die Bezeichnung stammt vom Sabbatjahr. Innerhalb dieses Arbeitszeitmodells kann der Beschäftigte für drei bis 12 Monate aus seinem Arbeitsverhältnis austreten und danach wieder zurückkehren. Dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die Firma muss mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen und der Arbeitnehmer sollte schon länger als sechs Monat dort tätig sein. Als Grundlage für seinen Vorschlag dient das sogenannte Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vom 01. Januar 2001, das eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit beinhaltet. Jedoch leitet sich daraus nicht automatisch ein Rechtsanspruch für den Arbeitnehmer ab. Der Chef muss also zustimmen.

 

Aus formeller Hinsicht gibt es unterschiedliche Modelle zur Umsetzung eines Sabbaticals. Bei wohlwollenden Arbeitgebern sind derartige Möglichkeiten schon im Vertrag niedergeschrieben oder als Entwürfe in den Unternehmensleitsätzen festgehalten. Zum einen bietet sich hier das Lebensarbeitskonto als eine Art Abbau von jahre- oder monatelang angesammelten Überstunden oder Urlaubstagen an. Eine andere Option sind Sonderformen der Teilzeitarbeit: So wäre es denkbar, dass der Arbeitnehmer drei Jahre lang 40 Stunden pro Woche arbeitet, aber für nur 30 Stunden bezahlt wird. Im vierten Jahr hat der Beschäftigte frei und würde gleichbleibend für 30 Stunden bezahlt. Diese von Firmen unterstütze Modelle haben den Vorteil der Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber. Anders verhält es sich bei individuell gestalteten Sabbaticals wie unbezahltem Urlaub oder einem Auszeitjahr zwischen zwei verschiedenen Tätigkeitsverhältnissen. Hier muss der Pausierende selbst für seine Versicherungen aufkommen.

Nutzen für Arbeitnehmer

Für den Arbeitnehmer entspringen viele Nutzen aus einer solchen Zeit als Aussteiger. Er oder sie kann sich weiterbilden, studieren oder gar eine Promotion ins Auge fassen beziehungsweise zu Ende führen. Aufenthalte im Ausland sind auch bestens geeignet, um neue Sprachen zu lernen. Außerdem spielen oft Aspekte des Privatlebens eine große Rolle bezüglich der Entscheidung zu einer Auszeit. Das können ein Hausbau, die Verlängerung der Elternzeit, die Pflege Angehöriger, ehrenamtliches Engagement oder längere Reisen sein. Auch innere Konflikte, die eigene Persönlichkeit betreffend sind ein Grund für ein Sabbatical. Dazu gehören die persönliche Umorientierung und Besinnung genauso wie ein Burnout.

Das Sabbatical aus Sicht des Arbeitgebers

Für den Arbeitgeber sind Sabbatjahre nicht nur ein Nachteil. Sie bieten derartige Möglichkeiten in Zeiten von Auftragsschwankungen oder zur Vermeidung von Kündigungen an. Große Firmen, besonders Unternehmensberatungen, versprechen sich davon eine stärkere Bindung ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte. Häufig sind diese Möglichkeiten hier schon direkt im Arbeitsvertrag verankert. Teilweise stehen diese Optionen auch Lehrern und Beamten direkt offen.

Tipps zur Vorbereitung und Durchführung des Sabbaticals

Planen Sie die Dauer und den Nutzen, den Sie sich von Ihrer Auszeit erhoffen ein wenig vor, damit Sie am Ende nicht einfach nur daheim sitzen und auf etwas warten, das von selbst nicht eintrifft. Besprechen Sie auch mit Ihrem Partner, ob Sie das Sabbatical zusammen nehmen und welche Ziele Sie beide verfolgen. Ist Ihnen Ihre private Einstellung darüber klar geworden, fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach möglichen Sabbatical-Regelungen und präsentieren Sie Ihre Pro-Argumente sowie Lösungsstrategien für das Unternehmen während Ihrer Abwesenheit. Sie sollten darauf achten, dass alle Absprachen schriftlich festgehalten werden. Das betrifft vor allem Ihr Einkommen, das Eintreten eines Krankheitsfalls während des Sabbatjahres, die Organisation Ihres Wiedereinstiegs sowie eine mögliche Abfindungsvereinbarung im Falle einer gescheiterten Rückkehr in den alten Job. Denken Sie auch darüber nach, dass die Wiederkehr von Ihnen als extremer Schnitt empfunden werden könnte. Eventuell ist eine Teilzeitregelung für einen langsamen Einstieg eine gute Lösung.

 

Sobald es an die konkrete Vorbereitung geht, empfiehlt es sich, nach Erfahrungen anderer Aussteiger zu suchen und sie zu befragen. Vergessen Sie außerdem nicht, sich ausreichend zu versichern, sollten Sie denn auf Reisen gehen. Zuletzt: Seien Sie offen für Neues und rechnen Sie auch mit einer Neuausrichtung Ihrerseits. Schöpfen Sie neue Kraft und Motivation während Ihrer Auszeit.

 



Diesen Artikel kommentieren
*

*