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9 Tipps, um Kindern das Thema Trennung zu erklären

Wenn in Ihrer Familie eine Trennung ansteht, ist es wichtig, sich gut auf das Gespräch mit ihren Kindern vorzubereiten, um sie angemessen und liebevoll auf die neue Situation vorzubereiten.

Obgleich immer wieder Nachrichten von prominenten Trennungen die Runde machen, und man nicht zuletzt aufgrund der vielen getrennten Paare im Freundes- Kollegen- oder Bekanntenkreis den Eindruck bekommen könnte, dass immer mehr Paare auseinander gehen, so ist die Scheidungsrate in Deutschland in den letzten Jahren tatsächlich gesunken. Nachdem die Anzahl der Scheidungen im Jahre 2003 mit knapp 214.000 ihren Höchststand erreichte, sind die Zahlen seitdem rückläufig. Im Jahr 2014 lag sie hierzulande bei knapp 166.000, bei knapp der Hälfte der geschiedenen Ehen waren minderjährige Kinder involviert.*

Aber Kindern sind Zahlen und Prozente egal. Alles, was sie verstehen, ist, dass sich ihre Familie verändert – und Veränderungen sind schwierig. Jetzt liegt es an Ihnen, Ihre Kindern gleichsam angemessen und liebevoll auf die neue Situation vorzubereiten. Folgende Hinweise und Tipps können ihnen dabei helfen :

1. Halten Sie zusammen

Setzen Sie sich sich zusammen mit den Kinder hin, um über die bevorstehende Trennung zu sprechen. Falls sich nur ein Elternteil an der Unterhaltung beteiligt, ist es wichtig, dass Sie die Einheit hervorheben und betonen, dass Sie beide ihre Kinder lieben und dass sich daran nichts ändern wird.

2. Planen Sie die Unterhaltung

Ehe Sie sich zusammen hinsetzen, überlegen Sie sich, wie Sie die Trennung Ihren Kindern erklären können, und stimmen Sie sich, falls möglich, im Vorfeld darüber ab, wie Sie auf mögliche schwierige Fragen reagieren.

3. Halten Sie sich an Fakten

Wenn Ihre Kinder Ihnen Fragen zum Grund der Trennung stellen, versuchen Sie, ihnen einfache Fakten zu nennen. Sie können Ihnen erklären, dass ihre Eltern nicht mehr zusammenleben werden, aber ihre Kinder noch immer lieben. Sprechen sie ruhig und versuchen, einen ärgerlichen Ton zu vermeiden.

Als Grund könnten Sie z.B. nennen: „Manchmal sind Erwachsene nicht mehr zufrieden mit ihrem Leben und entscheiden sich dazu, einen anderen Weg einzuschlagen.“

Ein weitere mögliche Erklärung wäre: „Deine Mama/dein Papa und ich haben entschieden, dass wir uns nicht mehr so lieben wie früher, als du geboren wurdest und nun werden wir getrennt voneinander wohnen.“

4. Machen Sie keine Schuldzuweisungen

Ganz gleich, was passiert ist und weshalb, halten Sie Ihre Erklärung möglichst einfach – auch wenn das nicht die ganze Wahrheit ist. Vermeiden Sie, Ihren Kindern Details über die Gründe Ihrer Trennung zu nennen, wie etwa Untreue, mentale Probleme oder Alkoholmissbrauch. Eltern sollten ihre Worte vorsichtig wählen und in einem neutralen Ton sprechen, der keine Schuldzuweisungen impliziert.

Am wichtigsten aber ist es, hervorzuheben, dass es nicht die Schuld Ihres Kindes ist, dass eine Veränderung bevorsteht. Das Gefühl der Sicherheit und der Zufriedenheit, sowie die Tatsache, dass Ihre Kinder sich geliebt fühlen, stehen eindeutig im Vordergrund.

5. Führen Sie eine altersgerechte Unterhaltung

Ein 6 jähriges Kind wird Ihre Erklärungen womöglich hinnehmen, ohne weiter nachzufragen.“Wenn ein 10-12 jähriges Kind weitere Fragen stellt, sollten Sie versuchen, bei der Wahrheit zu bleiben. Wenn eine Mutter sich neu verliebt hat, könnte sie sagen: „Ich muss weitermachen und andere Dinge in meinem Leben tun“. je nach alter kann es auch sehr sinnvoll sein, mit Ihrem Kind Bücher zum Thema Trennung zu lesen und zu besprechen.

Jugendliche sind womöglich bereits auf den Grund der Trennung gekommen und möchten nun eine Erklärung haben. Ältere Kinder können manchmal erstaunlich gut mit der bitteren Wahrheit umgehen, aber als Eltern sollten Sie es dennoch vermeiden, ihren Kinder ausführlich über die negativen Aspekte des Verhalten Ihres Partners zu berichten.

Sagen Sie dass es in Ordnung ist, traurig zu sein

Eltern sollten ihren Kindern das Gefühl vermitteln, dass sie immer da sind, wenn sie Fragen haben und dass es in Ordnung ist, traurig zu sein. Sagen Sie den Kindern: „Wir sind traurig über diese Veränderung, aber manchmal muss man schwierige Entscheidungen treffen, um das zu tun, was für die Familie das Beste ist.“

Heben Sie all die Dinge hervor, die unverändert bleiben

Ganz gleich, wie alt Ihr Kind ist, betonen Sie all die Dinge, die beim Alten bleiben. Ein Kind, das erst 10 oder 11 ist, kann Erklärungen wie: „Wir werden nicht mehr verheiratet sein, aber wir sind noch immer deine Eltern, die dich lieben,“ durchaus verstehen.

Lassen Sie Ihren Kindern Zeit

Sobald Sie vorhaben, getrennt voneinander zu wohnen, sollten Sie Ihren Kindern ein paar Wochen Zeit geben, die Information zu verarbeiten. Aber achten Sie darauf, dass Sie Ihren Kindern erklären, welchen Teil ihres Lebens von nun an jeder Elternteil einnimmt.

Weihen Sie die Betreuungspersonen ein

Haben Sie einen Babysitter, dann wird er/sie wohl mit der Frage konfrontiert werden, inwieweit er/sie von der Trennung betroffen ist. Sind sie noch auf der Suche nach einer Kinderbetreuung, sollten sie das Thema offen bei der Bewerbersuche ansprechen.   Sprechen Sie mit dem Babysitter über Ihr Vorhaben und auch darüber, wie er/sie am besten auf die Nachfragen der Kinder antworten kann. Eine Tagesmutter oder ein regelmäßiger Babysitter wird in solch einer Situation schnell zu einer Art Tante oder großer Schwester, und kann dabei helfen, den Kindern den Rücken zu stärken.

 

Tipps für die Babysitter-Suche nach einer Trennung: 5 Babysitter-Tipps für getrennte Eltern.

 

* Quelle: Statistisches Bundesamt (Zugriff 07.12.2015)

Dieser Text erschien ursprünglich auf Care.com und wurde aus dem Englischen übersetzt.



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