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Play Dates – ein amerikanischer Trend schwappt nach Deutschland

Spieltreffen unter Kindern

Play Dates für Kinder sind kein früher Verkupplungsversuch, sondern bieten Kindern und deren Eltern die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen. Welche Vorteile das hat und was man noch beachten muss, kann hier nachgelesen werden.

Was ist ein Play Date?

In Deutschland ist der Begriff noch kaum verbreitet. In Amerika ist es bereits ein Trend. Eigentlich handelt es sich schlicht um die Verabredung zwischen Kindern zum gemeinsamen Spielen. Bei besonders jungen Kindern kommen deren Eltern hinzu. So praktizierten es schon frühere Elterngenerationen und so wird es auch heute noch gemacht – nur gibt es eben jetzt einen trendigen Ausdruck und einige modische Methoden dazu.

Im amerikanischen Raum werden teils Online-Vermittlungsbörsen für Play Dates angeboten. Ähnliche Entwürfe gibt es für Deutschland und besonders für die Schweiz. Allerdings nennt man sie hier Spielgruppen. Entweder die Eltern organisieren die Treffen auf eigene Faust oder sie schließen sich bereits existierenden Gruppen an. Anders als eine Kita gilt die Spielgruppe, organisiert durch Vereine, Interessengemeinden oder Verbände, nicht als Betreuungskonzept, sondern als lockere Begegnungsform, die von den Eltern bezahlt werden muss. Die Kinder treffen sich nicht täglich und eine Verpflegung muss nicht inbegriffen sein.

Vorteile von Play Dates

Insbesondere für Kleinkinder, die noch keine Betreuungseinrichtung besuchen, sind Play Dates ein großer Gewinn, weil sie häufig noch kaum soziale Kontakte zu anderen Kindern haben. Außerdem bieten sie eine weniger strukturierte Umgebung als Institutionen wie Kindergarten oder Vorschule. Den Knirpsen wird ermöglicht, sich in Gemeinschaft frei zu entfalten und soziales Verhalten zu üben.
Für Eltern, die ihre Sprösslinge begleiten, bieten die Treffen die Chance, neue Freundschaften aufzubauen oder alte zu pflegen.

Welche Regeln sollte man beachten?

Miteinander spielen ist soziales Lernen. Die Eltern können unterstützend beiwohnen. Wenn Sie die Gruppe selbst gründen, sind einige Punkte zu bedenken:

1.    Timing ist alles

Kinder können streitlustig werden, wenn sie schlecht gelaunt sind. Verabreden Sie sich, wenn die Kleinen aufgeweckt und munter sind. Bedenken Sie außerdem, dass besonders kleine Kinder nicht so lange durchhalten wie Sie. Maximal 90 Minuten reichen für ein Play Date aus.

2.    Umgebung gestalten

Kinder unter drei Jahren können ihre Aufmerksamkeit schwer teilen. Für sie ist ein Play Date mit nur einem Freund schon umfangreich genug. Ältere Kinder können sich auch mit mehreren Gleichaltrigen verabreden. Wenn die Treffen zuhause stattfinden, sollte ein neutraler Raum gewählt werden. Das Kinderzimmer eines der Kinder kann für Streitigkeiten sorgen. Sollten die Kleinen doch dort spielen, räumen Sie das Lieblingsspielzeug Ihres Kindes am besten im Vorfeld weg, damit es keine Tränen gibt. Elektronische Geräte sind nicht besonders fantasievoll und stören die Konzentration. Schalten Sie Radio, Computer, Smartphone, Spielekonsole und Fernsehen aus.

3.    Eltern als Unterstützung

Die Erwachsenen haben die Aufgabe, Kontakt herzustellen, Konflikte zu schlichten und diplomatisches Verhalten zu erklären. Fordern Sie die Kinder auf, Ihre Spielwünsche mitzuteilen und agieren Sie als eine Art Moderator.

4.    Lehnen Sie sich zurück

Wenn die Kinder in ihrem Element sind, können auch Sie sich einem Gespräch unter Freunden und einer Tasse Kaffee widmen. Schließlich ist dies auch Ihr Play Date und Übereifrigkeit führt schnell zu einer verkrampften Atmosphäre.

 



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