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Versicherung: Vorsorge für Kinder

So können Sie den Nachwuchs absichern

Die meisten Eltern wünschen sich eine vernünftige Rundum-Absicherung für ihre Kinder. An was dabei gedacht werden sollte, verrät dieser Beitrag.

ADVERTORIAL. Kinder sind der ganze Stolz ihrer Eltern und Großeltern. Häufig vertreten die Erziehungsberechtigten die Auffassung, dass ihr Nachwuchs es einmal besser haben solle als sie selbst. So wünschen sich viele Eltern ein Rundum-Versicherungspaket für ihr Kind. An was dabei gedacht werden sollte, zeigt dieser Beitrag.

1. Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung ist zwar – anders als der Name es vermuten lässt – keine Pflichtversicherung, allerdings appelliert sie zumindest an die moralische Pflicht der Eltern. Eine Familienhaftpflichtversicherung sichert Sie für den Fall ab, dass den Kindern z.B. beim Spielen und Herumtollen ein Missgeschick passiert, was sonst teuer werden kann. Eine eingeworfene Fensterscheibe oder eine zerbrochene Vase sind dabei die Klassiker. Achtung: Bei der Haftpflichtversicherung ist das Thema Aufsichtspflicht von entscheidender Bedeutung.

Die Gesetzeslage dazu sieht so aus: „Bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres haften Kinder gemäß § 828 BGB grundsätzlich nicht. Sollte den Eltern eine Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht nachgewiesen werden, so müssen diese für den entstandenen Schaden haften – anderenfalls nicht. (…) Liegt allerdings eine grobe Aufsichtspflichtverletzung seitens der Eltern vor, müssen sie für den dadurch entstandenen Schaden in Haftung treten (…). Zwischen dem 8. und 18. Lebensjahr sind Kinder voll haftungspflichtig, sofern sie die notwendige Einsichtsfähigkeit besitzen. Generell gilt, dass die Eigenverantwortung der Kinder mit zunehmendem Alter steigt, während die Aufsichtspflicht der Personensorgeberechtigten gleichzeitig sinkt.“

2. Versicherungen bei Krankheit, Unfall und Spezialbehandlungen

Eines vorweg: Natürlich wünschen sich alle Eltern eine Kindheit ihrer Schützlinge frei von Unfällen, Krankheiten oder nötigen Spezialbehandlungen. Wer allerdings die Hoffnung mit falschem Optimismus gleichsetzt, wird schnell mit der buchstäblichen Quittung konfrontiert. Der Betrag auf dieser Quittung könnte durchaus sehr hoch ausfallen… Deswegen raten Experten dazu, sich im Vorfeld um eine geeignete Absicherung zu kümmern.

Bezüglich der Unfallversicherung sind viele Eltern auf dem Holzweg: Abgesichert sind Kinder nur dann im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn ein Unfall auf dem Weg zum Kindergarten bzw. zur Schule passiert. Der Rückweg ist nur eingeschlossen, wenn dieser direkt erfolgte. Nur dann kommt die gesetzliche Unfallversicherung für die Kosten für die Krankheit, den behandelnden Arzt und die Krankenhauskosten auf. Ab einer Invalidität von 20 Prozent springt sie auch ein.

Die private Unfallversicherung schließt hier eine Lücke: „Die Police springt dann ein, wenn die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit des Kindes dauerhaft beeinträchtigt ist – also wenn die Unfallfolgen voraussichtlich für länger als drei Jahre bestehen bleiben. Die private Kinderunfallversicherung garantiert für diesen Fall eine bestimmte Geldsumme, die sich nach dem Grad der Invalidität richtet. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung leistet die Police bereits ab einem Prozent Invalidität.“

Unklarer ist indes die Empfehlung, dass sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für Kinder lohnt. Hier kann in Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt eine Prognose erstellt werden, die einen Blick in die Zukunft ermöglicht. Neben der kieferorthopädischen Regulierung von Zahnfehlstellungen kann auch mit Blick auf die Zahnstruktur der Eltern bereits eine Einschätzung erfolgen, inwiefern durch schlechte oder weiche Zähne die Gefahr steigt, dass ein Zahnersatz nötig wird. Für Eltern gilt dieser wichtige Tipp: „Beim Vergleich nicht alleine auf den Kostenaspekt konzentrieren. Zwar sind Tarife für Kinder und Jugendliche grundsätzlich preiswert, leider gehen beim Vergleich die konkret gebotenen Leistungen der einzelnen Tarife unter.“

Auch sollte die Erwägung, ob z.B. eine Zahnzusatzversicherung eine sinnvolle Investition ist, mit Blick auf eine generelle Krankenzusatzversicherung erhoben werden. Häufig gibt es Kombi-Angebote, die insbesondere dann empfehlenswert sind, wenn das Kind Allergiker ist, eine Sehschwäche hat oder von der Heilpraktikerkomponente einer Versicherung profitieren könnte.

3. Vorsorge für den Nachwuchs im Todesfall der Eltern

Der Gedanke daran, dass die Eltern früher aus dem Leben scheiden und einen Halbwaisen oder gar Vollwaisen zurücklassen, scheint für viele schier unerträglich. Allerdings wird regelmäßig an die Vernunft und Vorsorgepflicht der Eltern appelliert, denn: Nur zu Lebzeiten können sie selbst entscheiden, was passieren soll, wenn den Eltern etwas passiert.

  • Rechtsexperten empfehlen, eine Sorgerechtsverfügung: Zwar wird letztlich das Vormundschaftsgericht die finale Entscheidung verhängen, doch der Wunsch der Eltern muss berücksichtigt werden. Diese Verfügung kann auch zweigeteilt formuliert werden – ein Vormund kümmert sich um das Kindeswohl („Personensorge“), der andere um die Regelung der Finanzen („Vermögenssorge“).
  • Finanziell betrachtet, stehen Kinder ohne Eltern oder mit nur einem Elternteil das Kindergeld sowie eine (Halb-)Waisenrente zu. Dass das natürlich langfristig nicht ausreichend sein kann, ist einleuchtend. Wenn möglich, sollte daher eine Restschuld- oder Risikolebensversicherung abgeschlossen werden, die etwaige Restschulden für Wohnung oder Haus tilgt. So hat das Kind zumindest die Chance, im gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben (falls dies auch mit dem Vormund so vereinbart werden kann).

 

Grundsätzlich gilt bei der Absicherung des Kindes für den Todesfall der Eltern, dass – je nach Alter des Kindes – dieses auch über das Festgeschriebene informiert werden sollte. Auch der eingesetzte Vormund sollte unterrichtet werden bzw. bereits via Unterschrift seine Einwilligung geben. Das erspart im Ernstfall unnötige bürokratische Hürden.

4. Vorsicht vor überteuerten Angeboten

Überschwänglich wird z.B. die Ausbildungsversicherung beworben, die Großeltern und Tanten als Geschenk suggeriert und fast schon als Karrieregarant gehandelt wird. In der Tat ist diese Versicherungsform jedoch alles andere als ratsam, denn sie ist vor allem teuer und der Profit ist gering. Das Konzept beruht darauf, dass Eltern oder Großeltern als Beitragszahler fungieren und quasi auf sich selbst eine Lebensversicherung abschließen. Für den Fall, dass Eltern oder Großeltern vor Vertragsende sterben, übernimmt die Versicherung die restlichen Raten.

Häufiger in der Praxis anzutreffen, ist auch das Dreierkonstrukt, dass das Leben der Eltern versichert ist, die Großeltern die Beiträge zahlen und der Nachwuchs letztlich von dem Angesparten seine Ausbildung begleichen kann. Hierbei ist mit günstigeren Beiträgen zu rechnen, denn diese steigen mit dem Alter der Versicherten.

Fazit: Grundsätzlich empfehlen Experten, die Absicherung von etwaigen Sparvorhaben klar zu trennen. Bei Kombiangeboten krankt es viel zu häufig an der Rendite.

 

Photonachweis: © pixabay.com, AdinaVoicu (CC0 Public Domain)



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