527_big

Wenn Papa nicht genug liebt

Persönlichkeitsentwicklung des Kindes

Im Rahmen einer internationalen Studie wurde kürzlich herausgefunden, welche Folgen die Liebe des Vaters auf die Charakterbildung des Kindes hat. Die Studienergebnissen und Empfehlungen für die Erziehung ihres Kindes gibt es hier.

Folgen elterlicher Missbilligung

Die Persönlichkeit des Menschen wird durch nichts so stark beeinflusst, wie durch die Liebe oder Ablehnung der Eltern im Laufe der Kindheit. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis der aktuellen Studie von Ronald Rohner und Abdul Khaleque, beide emeritierte Professoren der University of Connecticut.

 

Unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Kultur reagieren alle Kinder gleich auf Ablehnung. Sie werden ängstlicher, unsicher, misstrauisch und aggressiv gegenüber anderen Menschen. Das macht es besonders als Erwachsener schwerer, feste und vertrauensvolle intime Beziehungen einzugehen. Diese Langzeitfolgen entstehen, weil emotionaler Schmerz über Jahre hinweg stetig wiederbelebt werden kann. Die Intensität des Schmerzes steht dem körperlichen in nichts nach, denn beide werden an gleicher Stelle im Gehirn verarbeitet.

Ansehen und Kraft bedeuten Einfluss

Wenn im Kindesalter Ablehnung durch die Eltern erfahren wurde, dann meist zu gleichen Teilen. Dennoch ist der Einfluss der väterlichen Zurückweisung häufig größer. Rohner und Khaleque erklären, dass die Aufmerksamkeit der Kinder öfter auf den stärkeren Elternteil gelenkt wird. Dasist derjenige Partner, der – nach Auffassung des Kindes – mehr Prestige und zwischenmenschliche Geltung ausstrahlt.

 

Für Väter kann dies eine Motivation darstellen, sich mehr in den Prozess der Erziehung zu involvieren. Außerdem sehen Rohner und Khaleque in der Erkenntnis über die entscheidende Rolle der Vaterliebe für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes eine Chance für die Mütter. Oft werden sie nämlich zuerst für einen schlechten Einfluss verurteilt, wenn Kinder sich auffällig benehmen (= „mother blaming“).

Studie der University of Connecticut

Die Daten zur Studie wurden innerhalb der letzten 50 Jahre international erhoben. Weltweit nahmen 10.000 Personen in 36 Befragungen an der Studie teil. Inhaltlich wurden Erwachsene und Kinder nach dem Grad der elterlichen Akzeptanz und hinsichtlich der eigenen Persönlichkeitsmerkmale befragt. Die Studie wird noch fortgesetzt, um Zusammenhänge zwischen Charakter des Vaters und dessen Einfluss auf das Kind zu verstehen.

 

 



Diesen Artikel kommentieren
*

*