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Jademond: Von viereckigen Augen und Zockerdaumen

Computer spielen, Netflix schauen, auf dem Smartphone chatten. Medien üben auf Kinder eine enorme Faszination aus. Wie geht Ramona Weyde als Mutter damit um?

Ramona Weyde

In Ramonas Familie gibt es voreingestellte WLAN-Begrenzungen, die über den Router programmiert sind. So können ihre drei Kinder genau einplanen, wie viel Zeit ihnen für das Surfen im Internet zur Verfügung steht.

1. Wie alt sind deine Kinder? Wie regelt ihr den Umgang mit Handy, Laptop, Fernsehen etc.?

Meine Kinder sind 7, 11 und 17. Der Umgang mit digitalen Endgeräten ist bei uns keine feste Installation an Regeln, sondern ein stetes Austarieren von Bedürfnissen, Umständen und Themen. Wir besitzen keinen Fernseher. Der Mann und ich haben jeweils einen Laptop zum Arbeiten und ein Smartphone. Die große Tochter ist kaum daheim, hat ihr eigenes Handy mit einer nächtlichen, an der FritzBox eingestellten WLAN-Pause und einem Prepaid Vertrag (10 Euro pro Monat).

Der mittlere Sohn hat einen iPod touch mit eingeschränkter Bildschirmzeit für bestimmte Apps. Außerdem hat er auch eine WLAN-Begrenzung, die über die FritzBox eingestellt ist. Nach einigen kritischen Monaten im Zusammenhang mit Computerspielen (Minecraft auf dem Server mit anderen Spielern und Teamspeak) und einer daraus folgenden Komplettpause, nähern wir uns gerade wieder einem adäquaten Umgang mit Spielen und deren Potenzial, den Sohn einzusaugen. Der kleine Sohn darf hin und wieder am Smartphone spielen oder einen Film schauen.

2. Wie viel Medienzeit ist pro Tag erlaubt? Wie reagierst du, wenn deine Kinder zu viel am Computer/Handy/Konsole hängen?

Tochter: unbeschränkt, jedoch nächtliche WLAN-Pause

Sohn 1 (11): am iPod touch für die meisten Apps 1,5 h Stunden/Tag, am Laptop 30 min

Sohn 2 (7): 30 min pro Tag, aber nicht regelmäßig jeden Tag

Momentan ist das ja durch die FritzBox und Bildschirmzeiten beschränkt. Da ist da wenig Diskussionsspielraum. Vorher war ich sehr genervt von der Situation, weil einfach die Gesamtstimmung immer wieder grenzwertig war. Das hat uns allen nicht gefallen, weil sehr viel Streit, Wut, Aggression und gegenseitiges Unverständnis im Spiel waren. Es ist einfacher geworden, seit mehr Klarheit über die Zeit und Art der Mediennutzung herrscht. An Stellen, wo ich selber keine Grenzen setzen konnte bzw. weiß, dass ich immer wieder einknicke, habe ich die Verantwortung an den Mann abgegeben. Der Mann ist also für Bildschirmzeiten zuständig. Ich achte darauf, dass die Kinder ausreichend alternative Beschäftigungen finden, Bewegung und Frischluft haben. Die Bildschirmzeit des 11-Jährigen ist mit einem Vertrag geregelt, den wir mit einer Beraterin besprochen und alle drei unterschrieben haben.

3. Bist du selbst ein gutes Vorbild?

Mal mehr, mal weniger. Wir reflektieren immer wieder unser eigenes Verhalten. Ich selbst habe meine Zeit am Smartphone durch die Bildschirmzeit-App beschränkt. Außerdem gibt es ein paar Regeln, wie keine Geräte bei Tisch. Ich habe auch kein Smartphone im Schlafzimmer und während der Essenszeiten ist WLAN-Pause. Die Kinder dürfen uns drauf hinweisen, wenn wir selber zu oft ins Handy starren oder nicht ansprechbar sind, weil wir uns wegsaugen lassen.

Ramona Weyde

Über Ramona Weyde

Mein Name ist Ramona Weyde und ich bin Mutter von drei Kindern. Ich arbeite selbständig als Kalligrafin, Künstlerin und Wegbegleiterin. Meine Herzensthemen sind Spiritualität, Selbstfürsorge und Krisenbegleitung. Im Blog jademond.de und meinem Newsletter teile ich Alltagsschnipsel, Inspirationen und Gedanken.

Wie findet man ein gesundes Mittelmaß für den Medienkonsum von Kindern? Wir finden es besteht Redebedarf. Hier geht es zu unserer Interviewreihe.



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