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Wohnalternative: Senioren-WG

Gemeinsam lebt es sich weniger einsam

Im Alter nicht allein sein und dennoch im eigenen Zuhause leben: Das wünschen sich viele ältere Menschen. Eine clevere Möglichkeit dafür ist die Senioren-WG. Wir zeigen Vorteile auf und was Sie bei der WG-Suche beachten sollten.

Wohnformen für das Alter

Wenn angehende Senioren gefragt werden, wo sie ihren Lebensabend verbringen möchten, ziehen die wenigsten von ihnen ein Wohnen im Pflegeheim oder in der Seniorenresidenz in Betracht, sondern wollen Aufenthalte dort möglichst vermeiden. Ein Leben ganz allein ist jedoch aufgrund eingeschränkter Mobilität und dem auf die Hilfe anderer Angwiesensein vieler Senioren auch nicht einfach. Zudem leidet beim Alleinewohnen häufig die sozial-gesellige Komponente.

Folglich stellen alternative Wohnformen eine interessante Option für alternde Herrschaften dar und erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Über-50-Jährige liebäugeln beispielsweise mit einem Leben in Mehrgenerationenhäusern, welche in vielen Städten und Kommunen erbaut werden. Ein ähnliches, jedoch noch individueller gestaltbares Konzept ist die Senioren-WG. Hier suchen sich gleichgesinnte Senioren einen gemeinsamen Altersruhesitz und verbringen dort ihren Lebensabend als Wohngemeinschaft. Es muss ja nicht gleich das exotische Marigold Hotel in Indien sein – eine schöne und leicht zugängliche Altbauwohnung tut es auch!

Vorteile von Senioren-WGs

Senioren-WGs haben einige Vorteile: Ersten kann man sich seine Mitbewohner im Gegensatz zu betreuten Einrichtungen aussuchen. Und mit Gleichgesinnten lässt es sich – vor allem im Alter – viel leichter zusammenleben. Zudem fühlen sich Senioren in Wohngemeinschaften unabhängiger, freier und bleiben selbstständig, während sie dennoch von den Vorzügen der Gemeinschaft profitieren können. Ein großer Vorteil gegenüber dem Alleinsein ist dabei vor allem die gegenseitige Hilfe, die geleistet wird. Sollte ein Mitbewohner erkranken oder dringend Hilfe benötigen, ist immer jemand da und unterstützt. In schwierigen Fällen kann natürlich auch zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst oder ein Seniorenbetreuer engagiert werden.

Ein weiteres Plus der Senioren-WG ist der finanzielle Aspekt: Senioren-WGs sind in finanzieller Hinsicht um Einiges günstiger als traditionelles Wohnen. Häufig unterhalten Menschen im fortgeschrittenen Alter ein Haus oder eine große Wohnung – ganz für sich alleine. Da liegt die Kostenersparnis durch das gemeinschaftliche Wohnen und Teilen vieler Basiskosten nahe.

 

Senioren-WG

WG bedeutet Kompromisse

Eine Senioren-WG hat nicht mehr viel mit einer Wohngemeinschaft aus Studentenzeiten zu tun. Die Bewohner sind während ihres ganzen Lebens einen gewissen Komfort gewöhnt gewesen und wollen außerdem nicht über das Abwaschen diskutieren. Es ist in Senioren-WGs z.B. üblich eine Haushaltshilfe zu beschäftigen und sich die Getränke liefern zu lassen. Wer in eine Senioren-WG zieht, muss aber trotzdem wieder lernen, Kompromisse einzugehen. Der eigene Alltag mit all seinen Abläufen ist zu diesem Lebenszeitpunkt bereits sehr geordnet. Bis zu einem bestimmten Punkt muss sich jeder aber auch neu orientieren und anpassen. Eine Wohngemeinschaft kann ein Risikofaktor für Freundschaften sein, besonders wenn es um finanzielle Aspekte geht.

Des Weiteren sollte bedacht werden, dass es in einer Wohngemeinschaft weniger Privatsphäre als in den eigenen vier Wänden gibt. Sicherlich überwiegt aber bei den meisten Senioren der Hauptbeweggrund Gemeinschaft, um sich für eine WG zu entscheiden. Eine Zwischenlösung kann der eigene abgeschlossene Wohnraum innerhalb eines Gemeinschaftshauses sein. Das Konzept der Senioren-WG ist noch relativ jung. Bundesweit gibt es bisher einige Hundert derartige Wohnprojekte. Der Trend ist jedoch steigend. Der WG-suchende Senior sollte in seinem Freundeskrei sund Umfeld nach Gleichgesinnten schauen oder eines der ersten Vermittlungsportale nutzen.

Schritte in Richtung Senioren-WG

Wir haben die wichtigsten Schritte für die Entscheidungsfindung pro oder contra Senioren-WG zusammengefasst:

• Fangen Sie frühzeitig an, sich Gedanken über Ihren Alterswohnsitz zu machen. Mitbewohner und eine gemeinsame Bleibe müssen rechtzeitig gefunden werden.

• Wollen Sie sich beraten lassen, dann wenden Sie sich beispielsweise an städtische Vereine, die alternative Wohnformen unterstützen.

• Mitbewohnersuche: Schauen Sie sich schon in jüngeren Jahren im Freundes- und Bekanntenkreis um, mit wem Sie sich ein Zusammenwohnen vorstellen können.

• Sie können alternativ natürlich auch einen Aushang im örtlichen Wohnungsamt oder Seniorentreff machen oder einfach eine Anzeige schalten.

• Grundsätzlich gilt: Die Chemie zwischen allen Mitbewohnern muss stimmen, sonst ist das ganze Unterfangen zum Scheitern verurteilt.

• Achten Sie bei der Wohnungswahl auf genügend Rückzugsmöglichkeiten, eine ausreichende Größe, potenzielle Gemeinschaftsräume und eine alters- bzw. behindertengerechte Ausstattung.

• Auch eine gute Infrastruktur ist entscheidend, mit schneller Erreichbarkeit der wichtigsten Geschäfte – insbesondere, wenn es ein Haus im Grünen werden soll.

• Einigen Sie sich vorab über den Mietvertrag: Mieten Sie als Wohngemeinschaft? Gibt es mehrere Hauptmieter oder ein Hauptmieter mit mehreren Untermietern?

• Eindeutige Kündigungsfristen im Mietvertrag sind ein Muss im Falle der Pflegebedürftigkeit, des Auszugs oder Todes eines Mitbewohners.

• Zusammenleben: Vereinbaren Sie vorab ein paar Grundregeln, um während des Zusammenlebens Streit zu vermeiden. Streitthemen sind häufig Verpflichtungen im Haushalt, Haustiere, Besuchszeiten, Vorkehrungen im Pflege- oder Sterbefall sowie finanzielle Themen.

• Alles Finanzielle sollte unbedingt vorab schriftlich geklärt werden: Teilen der Mietzahlungen, Nebenkostenabrechnungen, Gemeinschaftseinkäufe, Reparaturen, Medienkosten (Zeitung, Internet & Co.), Kosten für Hilfskräfte für den Haushalt oder Garten, eventuell später notwendige Pflegekraftkosten etc.

 

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