Erste Hilfe

Erste Hilfe für Kinder

Im Notfall Leben retten

Unfälle bei Kindern: In der Regel sind die Eltern die Ersten am Ort des Geschehens und müssen im Notfall reagieren. Weshalb wir allen Eltern und Betreuungspersonen einen Erste-Hilfe-Kurs empfehlen.

Fast jeder 2. Kinderunfall geschieht zuhause

42 Prozent aller Unfälle, in die Kinder involviert sind, ereignen sich zuhause oder auf dem Grundstück der Familie. Dies übersteigt sogar die Zahl der Kinderunfälle im Straßenverkehr. Knapp zwei Drittel der häuslichen Unfälle passieren Kindern, die jünger als sechs Jahre sind. Folglich sind die Eltern der Kleinen meist die Ersten am Ort des Geschehens und müssen im Notfall reagieren bzw. Schlimmeres verhindern. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle Eltern zumindest einmal – besser natürlich regelmäßig – mit dem Thema Erste Hilfe auseinandersetzen, zumal in Deutschland ein Rettungswagen im Schnitt acht Minuten braucht, bis er am Unfallort eintrifft.

Erste-Hilfe-Kurse retten Leben

Steht Nachwuchs in der Familie an oder ist kürzlich ein neues Familienmitglied hinzugekommen, ist es neben all der (Vor-)Freude und den schönen Seiten dieses Ereignisses auch wichtig, sich intensiv mit dem Thema „Erste Hilfe fürs Kind“ zu beschäftigen. Gesundheitsorganisationen, wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Johanniter-Unfall-Hilfe, legen allen zukünftigen und frischgebackenen Eltern dringend einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kinder ans Herz und bieten diese auch bundesweit an. Aber auch für Großeltern, Erzieher, Lehrer, Jugendleiter oder Babysitter ist ein solcher Kurs von großem Nutzen. Einerseits nimmt er Betreuungspersonen die Panik bzw. Angst vor einem Notfall – anderseits hilft er ihnen, in Unfallsituationen souverän vorzugehen und dadurch Leben zu retten.

 

Von Verletzungen bis Atemstillstand

Ganz klar sind Sicherheit und Vorbeugen das A und O, wenn es um die Gesungheit Ihres Kindes geht. Doch viele Unfälle kann man, gerade bei kleineren Kindern, nicht vorhersehen bzw. verhindern. Was tue ich beispielsweise, wenn mein Kind im Schwimmbad ausrutscht und sich den Hinterkopf aufschlägt? Was soll ich unternehmen, wenn ein Kind starke Beschwerden in der Brust oder etwas verschluckt hat und deshalb kaum noch atmen kann? Was muss ich tun, wenn mein Kind ohnmächtig wird oder die Atmung bei ihm ausfällt? Ab wann soll ich lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten? Und wie sehen diese bei Kindern aus?

Ob bloß eine Schürfwunde oder Atemstillstand: Das Wichtigste bei Kindern in Notfallsituationen ist, Ruhe zu bewahren. Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die Situation, kontrollieren Sie dann die Atmung des Kindes und entscheiden Sie, ob lebensrettende Maßnahmen einzuleiten sind. Bitte beachten Sie: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie benötigen spezielle, angepasste Erste-Hilfe-Behandlungsschritte. So gibt es bereits Unterschiede bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung von Säuglingen und Kleinkindern. Bitten Sie in der Notfallsituation zudem umstehende Personen, Ihnen zu helfen – und sei es für das rasche Wählen des Notrufs 112 oder das Holen einer Decke.

Kindernotfall-App

Wenn Kinder sich sehr unwohl fühlen oder sich verletzt haben, muss es schnell gehen. Die gemeinsame App der BARMER und der Johanniter-Unfall-Hilfe gibt Eltern und Babysittern Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen zügig an die Hand. Ein Erste-Hilfe-ABC bietet eine Übersicht über wichtige Maßnahmen im Notfall. Über die Notdienstsuche der App werden mithilfe Ihres Standortes Kontakte wichtiger Notdienste, Apotheken und Kinderärzte in Ihrer Umgebung ermittelt und können direkt kontaktiert werden. Hinter dem Button „Vorbeugen“ verbergen sich außerdem zahlreiche Tipps zur frühzeitigen Erkennung von Gefahrensituationen zuhause, unterwegs, im Sommer oder im Zusammenhang mit Gift, Strom und Feuer. Auch eine Reihe von Checklisten hilft Ihnen dabei, Gefahren bereits im Vorfeld zu umgehen. Sie finden die App im Google Play Store sowie bei iTunes.

 

Wissen rettet Kinderleben

Beschäftigen Sie sich mit Gefahrenquellen für Kinder und sichern Sie diese so gut wie möglich ab: Neben den üblichen Unfall-, Erstickungs- und Ertrinkengefahren spielt auch ausreichendes Wissen über Vergiftungen, Verbrennungen, Fieberkrämpfe, Pseudokrupp, Stromunfälle und Insektenstiche eine große Rolle, wenn es um das Retten Ihres Kindes geht.

Der Erste-Hilfe-Kurs vermittelt Ihnen alles Nötige zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen für die Kleinsten. Dort erfahren Sie aber auch, wie Sie Gefahren für Kinder meiden und so Unfällen vorbeugen können. Hier erhalten Sie einen ersten Überblick zu Gefahrenquellen und Erste-Hilfe-Maßnahmen für Kinder. Bitte beachten Sie jedoch, dass diese Informationen den Erste-Hilfe-Kurs nicht ersetzen.

 

Hausapotheke & Co.

Zusätzlich können Sie mit einer gut ausgestatteten Hausapotheke vorbeugen, um im Notfall wichtige Utensilien griffbereit zu haben. Ein gut ausgerüsteter Verbandkasten sollte folgende Dinge enthalten:

  • sterile Wundkompressen
  • Heftpflaster und Pflasterstreifen
  • elastische Mullbinden
  • Verbandtuch
  • Dreiecktuch
  • Einmalhandschuhe
  • Verbandschere
  • Kalt-/Warmkompresse
  • Rettungsdecke

 

Des Weiteren ergänzen eine Zeckenkarte, Splitterpinzette, Desinfektionsmittel, Giftsauger, Schmerzmittel, Fieberzäpfchen, Wund- und Heilsalbe und Durchfallmedikamente den Basisverbandskasten wunderbar – insbesondere wenn Kinder im Haus wohnen!

 

Quelle Kinder-Notruf-ABC: © www.erste-hilfe-fuer-kinder.de – Janko von Ribbeck 2017

 





Kommentare
  1. Erste Hilfe für Kinder
    Ulrike Bertrand | Mittwoch,September 11.2019

    Ich finde es äußerst gut zu wissen, dass es inzwischen eine Kindernotfall-App gibt, mit der man Betreuung, Pflege und Notdienste in der Nähe finden kann, falls man mal irgendwo einen Notfall hat und nicht weiß wohin. Scheinbar gibt es inzwischen auch eine Software, die es schaft Wunddokumentationen zu erzeugen und dann per Online-Wissen, den Patienten den richtigen Therapeuten oder Pfleger vermittelt. Was das Internet alles kann!

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