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Musikalische Kinder

Wie Eltern die Begabung ihrer Kinder fördern können

Oft halten sich Gerüchte, dass musikalische Kinder in der Schule bessere Noten schreiben. Sind Kinder, die ein Musikinstrument spielen tatsächlich klüger?

Das Super-Talent sucht jährlich die begabteste Person in Deutschland. Von Jung bis Alt sind alle Altersklassen vertreten. Als besonders talentiert gelten sehr junge Pianisten mit dem Talent von Mozart oder der Technik von David Garrett. Oft halten sich Gerüchte, dass musikalische Kinder in der Schule bessere Noten schreiben.

Klüger durch Musik

Wer ein Musikinstrument spielt, ist also in jeder Hinsicht begabter. Doch stimmt das wirklich oder hat sich dieses Gerücht zu unrecht verbreitet?
Tatsächlich haben Wissenschaftler, wie Glenn Schellenberg von der University of Toronto in Mississauga, festgestellt, dass der Intelligenzquotient von Sechsjährigen nach acht Wochen Klavierunterricht um bis zu drei Punkte anstieg. Weitere Quellen behaupten, dass sich Kinder, die ein Instrument spielen, überdurchschnittlich gut konzentrieren können, besser zuhören würden und eine ausgeprägtere Feinmotorik entwickeln. Daher sollten Eltern ihre Kinder fördern, sofern diese gern ein Musikinstrument spielen möchten.

Denn es gibt keine rein unmusikalischen Kinder. Auch Mozart musste das Klavierspielen erst erlernen, wobei ihm sein Vater Leopold zur Seite stand.Doch selbst der berühmteste Pianist aller Zeiten brachte eine gewisse intuitive Leidenschaft mit. Ob ein Kind wahrlich begabt ist, finden engagierte Eltern jedoch nur durch einen Testlauf raus. Dabei sollte das Kind jedoch vorab Interesse an Musik und dem Instrument zeigen. Denn nur wer mit Enthusiasmus und eigenem Willen lernt, kann ein Meister werden. Drill ist an dieser Stelle weder angebracht, noch erfolgreich.

Das richtige Instrument

Musik gehört zum Leben dazu. Schon im Mutterbauch hören die Ungeborenen die ersten Geräusche und Klänge der Außenwelt. Wenn die Babys geboren sind, singen die Eltern den Kleinen Lieder vor. Auch dabei entwickeln sie ihre musikalischen Fähigkeiten weiter, indem sie Töne und Klänge unterscheiden lernen.
Mit sechs oder sieben Jahren hat ein Kind das optimale Alter, um eine Musikinstrument zu erlernen.  Professionelle Musikerziehung beginnt in Musikschulen bereits für Kinder ab vier Jahren. Die „Musikalische Früherziehung“ führt die jungen Kinder an einen späteren Instrumental- beziehungsweise Gesangsunterricht heran. Sie fördert weiterhin die sprachlichen und sozialen Kompetenzen eines Kindes.

Wer sein Kind nicht zur Musikalischen Früherziehung schickt, macht deswegen nichts falsch. Denn Musik sollte für die Kinder in erster Linie Spaß machen. Wenn sich Kinder später dazu entscheiden ein Instrument zu spielen, sollten sie dieses auch frei wählen können. Ein Großteil der Mädchen fängt mit der Blockflöte an. Aber auch Klavier, Cello und Geige sind gut für den Einstieg geeignet. Die meisten  Orchesterinstrumente sind für Kinder ab etwa zehn Jahren optimal.
Wer sich unsicher ist, was dem Kind gefallen könnte, kann das Angebot eines Schnupperkurses in Anspruch nehmen oder etwa bei einem Tag der offenen Tür in der nächstgelegen Musikschule vorbeischauen.

Lernerfolg

Der Lernerfolg, also ob das Kind kontinuierlich ein Instrument spielt und wie erfolgreich es dies macht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Engagement der Eltern ist sehr eng damit verbunden, wie musikalisch das Kind aufwächst. Eltern, die ihre Kinder ermutigen und Interesse an der Musikerziehung zeigen, sind ein positiver Einfluss. Auf keinen Fall sollten sie diese dazu zwingen, wie etwa das Beispiel Amy Chua zeigt. Die chinesisch-amerikaische Juristin, die mit ihrem Buch „Die Mutter des Erfolgs“, in Amerika und Europa Aufsehen erregte, erzieht ihre Kinder mit unermesslichem Einsatz zu Musikern heran, da sie der Meinung ist, dass die Freude am Musizieren eine Frage des Erfolges ist, den man auf diesem Gebiet erlangt. Bei der älteren Tochter fruchtet diese Erziehung, wohingegen sich die Jüngere dagegen widersetzt. Der Lernerfolg hängt also nicht nur vom Willen der Eltern ab.

 

Ein weiterer Faktor ist die Regelmäßigkeit und Sorgfalt mit der die Kinder üben. Es ist sogar ganz hilfreich, wenn die Kleinen eine Belohnung für ihre Übungsstunden bekommen, damit sie nicht zu schnell die Lust verlieren.
Die Sympathie des Musiklehrers ist ein weiterer wichtiger Punkt. Nur wenn sich Lehrer und Schüler gegenseitig respektieren und mögen, ist ein Lernerfolg garantiert. Denn das Kind verbindet die Sympathie zum Lehrer oftmals mit dem Musikinstrument.

 

Früher Musikunterricht kann die Intelligenz fördern und die schulischen Leistungen verbessern. Eltern sollten aber nicht davon ausgehen, dass ihre Kinder in allen Schulfächern Bestnoten erbringen. Tatsächlich sind die Effekte nur gering, dennoch spürbar. Den Nachwuchs zum Erfolg zu zwingen ist nicht sinnvoll. Wenn Tochter oder Sohn ausreichend Interesse zeigen, kann man dieses auf jeden Fall fördern. Und wer weiß schon in welchem Haus das nächste Supertalent schlummert.

 

 





Kommentare
  1. Musikalische Kinder
    mandlich claudia | Samstag,Mai 28.2016

    guten tag!ich kenne ein kleines mädchen(10 jahre) sie hat eine schöne stimme und spielt saxophon.wo und wie kann man sie fördern?bitte geben sie mir eine information!!!vielen dank mandlich claudia

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