Burnout-Prophylaxe: So wird aus wichtig richtig!

 

 

„Mama, das ist wirklich sehr wichtig!“ „Frau Maier, es ist wirklich wichtig, dass Ihre Mutter diese Übung regelmäßig macht.“ „Maria, es ist sehr wichtig, dass du das fertig machst, bis ich von meiner Dienstreise zurück bin.“„Frau Maier, bitte erledigen Sie das sofort, es ist wirklich wichtig!“ Kommt Ihnen das bekannt vor?

 

Wir kennen es alle…

Mal sind es die Kinder, mal der Partner, mal die Senioren, die wir betreuen, mal der Chef. Auch Lehrer und Erzieher, Arzthelferinnen und Physiotherapeuten erhalten von uns die Einladung, in die Kategorie Frau und Herr WICHTIG aufgenommen zu werden. Denn sie alle bauen Druck auf und wollen uns erklären, dass ihr Anliegen das wichtigste sei und natürlich sie selbst sehr wichtig sind. Gibt es auch in Ihrem Leben Herr und Frau Wichtig? Dann lohnt es sich für Sie vielleicht auch, mal über die Bedeutung des kleinen Wörtchens „wichtig“ nachzudenken.

Was bedeutet „wichtig“ wirklich?

Das Wörtchen wirklich wird abgeleitet von „Gewicht“. So hat alles, was wichtig ist, GEWICHT. Je mehr Gewicht, umso wichtiger ist es. Menschen in Ihrer Umgebung, die Ihnen eine Aufgabe mit der Bemerkung übergeben, dass die Erledigung wichtig sei, wollen damit sagen, dass sowohl die übergebene Aufgabe, als auch sie selbst Gewicht hätten!

Das Problem an der Sache ist, dass wir oftmals dadurch ganz vergessen, dass auch wir selbst wichtig sind. So bleiben die Aufgaben, die man selbst hat, häufig liegen. Das führt in der Folge zu einem Aufgabenstau, dieser wiederum mündet in einer großen Unzufriedenheit und gelegentlich mit dem Verlust der eigenen Identität. Schließlich sind alle wichtiger als ich selbst.

Das Gefühl des Sich-selbst-Verlierens führt zu großem Frust und entzündet das Feuer der Unzufriedenheit. Nun ist die Lunte gelegt und die Negativspirale aus unerledigten Aufgaben, Stress, Unzufriedenheit, Selbstaufgabe, sich nicht mehr spüren und wahrnehmen, nicht mehr wissen, was man selbst will, endet im Verlust des eigenen Willens, der Kraft und der Macht über sich selbst. Das Feuer hat alles zerstört!
Diesen Zustand nennen wir Burnout.

So kann man dem Burnout vorbeugen

Um aus der Stressfalle auszusteigen, lohnt es sich, sich die 3 folgende Fragen immer wieder zu vergegenwärtigen:

 

1. Wichtig oder dringlich?
Diese Differenzierung schafft Struktur und gibt Sicherheit

• Schreiben Sie alle Aufgaben auf, die Sie während des Tages erledigen wollen und müssen. Vergessen Sie nicht, auch die kleinen Aufgaben aufzuschreiben! Auf diese Weise erlangen Sie einen Überblick und behalten ihn auch.

• Nun differenzieren Sie nach Fremdaufgaben und Aufgaben, die Sie sich selbst gestellt haben. Achten Sie darauf, dass die Anzahl der Fremd- und Selbstaufgaben ausgeglichen ist. Es darf eine Höchstzahl von 3 zu 1 nie übersteigen! Alle Fremdaufgaben, die dieses Verhältnis über Bord werfen MÜSSEN abgelehnt, verschoben oder diskutiert werden!

• Versehen Sie alle Aufgaben mit der Bemerkung „w“ für wichtig oder „d“ für dringlich. Alles, was dringlich ist lässt sich auf keinen Fall aufschieben und MUSS erledigt werden. Beginnen Sie immer mit dem Abarbeiten der dringlichen Aufgaben!

Info: Der Sinn dieser Differenzierung liegt darin, dass Sie den Überblick behalten und sich allmählich eine Aufgabenstruktur aneignen und anlegen. Das hilft beim strukturierten Abarbeiten und gibt Sicherheit. Diese Arbeitsweise ist die beste Prophylaxe gegen Burnout, weil damit die Sicherheit über das eigene Leben zurückkehrt.

 

2. Warum und wozu?
So verringern Sie Ihre Aufgabenflut

• Sehr hilfreich ist die Frage danach, WARUM Sie etwas tun oder WOZU Sie etwas tun. Während das WARUM in der Vergangenheit liegt und somit den Anlass nennt, aus dem Sie etwas tun, richtet die Frage nach dem WOZU den Fokus auf das Ziel.

• Wenn Sie Aufgaben in Zukunft immer nach diesem Frageschema betrachten, werden Sie ein sicheres Gefühl dafür erlangen, was wirklich wichtig ist und vor allem ob SIE diese Aufgaben wirklich erledigen wollen. So betrachtet, werden Ihre Aufgaben in Zukunft einen natürlichen Ausleseprozess durchlaufen und sich damit automatisch verringern.

 

3.Will ICH das wirklich?
Fremdbestimmung als Ursache für Burnout

Diese Frage ist die wichtigste Frage: Will ICH das wirklich, oder wollen andere, dass ich das will? Fremdbestimmung ist eine der größten Stressfallen und somit eine der Hauptursachen für Burnout. Wenn wir keinen Überblick mehr haben über Fremd- und Selbstbestimmung, dann verlieren wir uns selbst. Wer sich öfter einmal die Frage stellt: „Was will ICH?“ behält den besseren Überblick über sich und sein Leben. Damit behält er auch die Kraft, für sich, seine Familie und seinen Job da zu sein.

SIE selbst sind WICHTIG und RICHTIG! Wenn Sie das erkannt haben, hat Burnout keine Chance!

 

Über Eva Maria Popp

Über Eva Maria Popp:
Eva Maria Popp ist Coach und Unternehmensberaterin und hat es sich zur Aufgabe gemacht, soziale Themen in der Gesellschaft zu etablieren. Mit Ihrer Agentur Basic Erfolgsmanagement begleitet Sie erfolgreich Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich im Wandel, bzw. auf der Suche nach einer erfolgreichen und glücklichen Lebensführung befinden. In zahlreichen Publikationen, Büchern, Blogs, Vorträgen und Veranstaltungen setzt sie Impulse, um andere Mesnchen zu begeistern und zu motivieren.




Kommentare
  1. Burnout-Prophylaxe: So wird aus wichtig richtig!
    susilü | Freitag,Juni 09.2017

    Vielen Dank fürs Auf-Drauf-Aufmerksam machen. ich hatte die Fremdbestimmung bisher noch gar nicht so als Stressfaktor im Blick. Das hieße die Prophylaxe wäre dann einfach, die eigenen Ziele mehr durchzusetzen?Grüße, Susi

Diesen Artikel kommentieren
*

*