Herausforderungen für Alleinerziehende

7 Herausforderungen für Alleinerziehende

Mit diesen Tricks lösen Sie Schwierigkeiten als alleinerziehendes Elternteil

Für diejenigen, die sich allein um ihre Kinder kümmern müssen und nicht auf die Hilfe des Partners zurückgreifen können, ist eine gute Planung und ausreichend Hilfe besonders wichtig!

Wenn Sie als alleinstehendes Elternteil Kinder groß ziehen, bedeutet das nicht, dass Sie alles allein machen müssen. Wir stellen Ihnen die sieben größten Herausforderungen in der Kinderbetreuung vor und geben Ihnen Ratschläge, wie Sie diese lösen können.

1. Der Aufbau eines guten Netzwerkes

Die tägliche Kinderbetreuung kann in einer Kita stattfinden, mit Hilfe einer Nanny, einem Babysitter oder gar eine Kombination aus diesen. Viele Eltern wissen nicht recht, wie sie die Lücke zwischen dem Ende des Schul- oder Kitatages und des Arbeitstages füllen sollen. Wenn Sie Kinder im Schulalter haben, finden Sie heraus, ob es Angebote in der Nähe gibt, die Ihr Kind nach der Schule wahrnehmen kann oder ob die Schule einen Hort hat. Gestalten Sie einen regelmäßigen Ablauf unter der Woche, sodass Ihr Kind weiß, was es erwartet. So kann es sich auf eine solide, komfortable Routine einstellen, die sowohl Hausaufgaben als auch Zeit mit Ihnen beinhaltet, sei es nur für eine Gute-Nacht-Geschichte.

 

Frau Carola Baumgarten, Elterncoach aus Offenbach und Beraterin für das Lob-Magazin gibt hilfreiche Tipps, wie dies aussehen kann: „Ein gut funktionierendes Netzwerk ist das A & O für alle Erziehenden. Tun Sie sich mit anderen Eltern, mit anderen Alleinerziehenden zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Auch die Großeltern, Tanten, Onkel, Nachbarn können Bestandteil dieses Netzwerks sein.
Teilen Sie sich die Bring- und Holdienste z.B. zum Sport oder anderen Freizeitaktivitäten auf. Vereinbaren Sie einen festen Tag, an dem Ihr Kind nach der Kita, nach der Schule mit zur besten Freundin, zum besten Freund geht. Dafür übernehmen Sie dann vielleicht einfach mal am Wochenende die Betreuung von mehreren Kids oder lassen die Freundin, den Freund bei sich schlafen. Freie Abende ohne kostspieligen Babysitter sind heiß begehrt.
Funktionierende private Netzwerke haben zudem auch noch den Vorteil, dass Ihr Kind weitere vertraute Bezugspersonen hat und Sie somit auf diese auch in Notfall-Situationen zurückgreifen können.“

2. Der Umgang mit unvorhersehbaren Notfällen

Selbst die detailliertesten Pläne können von unvorhergesehenen Geschehnissen durchkreuzt werden. Wer hat nicht schon einmal einen dringlichen Anruf von der Schulleitung erhalten, dass das Kind plötzlich krank geworden ist. Das Leben ist voller Überraschungen, besonders wenn man Kinder hat. Daher ist es notwendig, dass Sie einen Notfallplan in der Kinderbetreuung unter Berücksichtigung Ihres Arbeitsplatzes parat haben. Planen Sie dazu einen Termin, um mit dem Personalbüro oder Ihrem Chef über gewisse Notfallsituationen zu sprechen, in denen Sie Ihren Arbeitsplatz schnell verlassen müssen. Lassen Sie sie wissen, dass Ihre Arbeit wichtig ist und fragen Sie danach, ob es Ihre Stellung irgendwie beeinflussen würde. Machen Sie Vorschläge, wie Sie Aufgaben systematisch schneller abschließen können, sodass Ihr Arbeitsaufwand nicht darunter leidet und Ihr Boss nicht besorgt ist. Es ist außerdem ratsam die Telefonnummern verschiedener Personen parat zu haben, die Ihr Kind im Notfall abholen können. Stellen Sie sicher, dass die Kita oder Schule deren Namen hat und die Personen keine unbekannten sind.

3. Geschäftsreisen abwickeln

Selbst, wenn Ihr Job keine regelmäßigen Geschäftsreisen vorsieht, können ab und an Konferenzen oder mehrtätige Seminare anstehen, an denen Sie teilnehmen müssen. Ein guter Plan für solche Fälle kann Ihre Angst und die Ihres Kindes verringern.
Wenn die Reise unter der Woche stattfindet, arrangieren Sie eine Betreuung in Ihrer eigenen Wohnung, sodass der wöchentliche Ablauf Ihres Kindes nicht durcheinander gebracht wird. Wenn Sie ein Familienmitglied haben, das über Nacht bleiben kann, kann diese Zeit gut genutzt werden, um die Bindung zu intensivieren. Eine andere Option wäre, eine Übernachtung bei einem Klassenkameraden zu arrangieren. Bieten Sie den Eltern das gleiche an, falls diese einmal Engpässe bei der Betreuung haben.
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, bevor Sie auf Geschäftsreise gehen, eine Uhrzeit, an der Sie sich telefonisch oder etwa über Skype sprechen. Kleine Kinder interessieren sich oft für den Ort, an den Sie reisen. Erzählen Sie etwas von der Umgebung, machen Sie Fotos oder bringen Sie ein Souvenir mit.

4. Pläne abändern

Ein krankes Kind ist schlimm genug, aber ein kranker Babysitter oder kranke Nanny können alles auf den Kopf stellen. Der Arbeitstag hat gerade begonnen und Ihr Kinderbetreuer meldet sich genau dann krank, wenn Sie eine wichtige Präsentation vor sich haben. Stellen Sie sicher, dass Sie einen Plan für eine Ersatz-Betreuung haben. Manche Arbeitgeber erstatten diesen Service oder stellen diesen gar zur Verfügung. Finden Sie dies vorab heraus.

 

Es ist außerdem ratsam, ein oder zwei Nachbarn, die flexible Arbeitszeiten haben, auf eine Notfallbetreuung anzusprechen. Sie könnten durchaus auf die Kinder aufpassen, bis der Betreuer eingetroffen ist. Zeigen Sie sich natürlich dafür erkenntlich.

5. Zeit für sich selbst finden

Alleinerziehende wollen stets das Beste für ihre Kinder und versuchen familiäre Strukturen aufzubauen, um dem Kind ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen.
Während Sie sich um Haushalt, Beruf und Kind kümmern, und sich keine Zeit mehr für sich selbst nehmen, kann Sie dieses Verhalten schnell ausbrennen. Sie brauchen – und verdienen – eine Pause, seien es nur 15 Minuten am Tag. Ist Ihr Kind schon alt genug, dies zu verstehen, dann lassen Sie es wissen, dass Ihr Körper eine Pause benötigt. Ziehen Sie sich dafür zurück und nehmen Sie ein Bad oder lesen Sie in Ruhe ein Buch, während Ihr Kind Hausaufgaben macht oder in einem anderen Zimmer spielt. Ist Ihr Kind noch sehr klein, dann nutzen Sie seine Schlafenszeiten, um ein bisschen zu entspannen.

 

„Befreien Sie sich von dem Wunsch nach Perfektion, rät Elterncoach Carola Baumgarten, „– die gibt es einfach nicht. Genießen Sie die Ruhe, wenn Ihr Kind im Bett ist und schläft und nutzen Sie einen Teil dieser Zeit einfach mal nur für sich – die Hausarbeit läuft Ihnen nicht weg. Entspannte Mütter, entspannte Väter sind für Ihre Kinder sicherlich wichtiger, als eine super saubere Wohnung.“

6. Passende Kinderbetreuung finden

Sie freuen sich bestimmt jedes Mal auf die Freizeit mit Ihrem Kind an den Wochenenden. Dennoch sollte auch ein bisschen Zeit für Ihre Vorlieben und Hobbys auf dem Plan stehen. Falls Sie an einem Abend eine Verabredung haben, wenden Sie sich an Freunde oder Bekannte, die sich um Ihr Kind kümmern. Sollten Sie regelmäßig ausgehen wollen, suchen Sie sich einen Babysitter, egal ob in der Nachbarschaft oder über einen Online-Anbieter.

7. Den Kinderbetreuer bezahlen

Es ist kein Geheimnis, dass Kinderbetreuung auf Dauer viel kostet und, wenn Sie nur von einem Gehalt leben, sind die Kosten oftmals zu hoch. Die perfekte Betreuung Ihres Kindes sollte immer an erster Stelle stehen. Ohne qualitativ gut ausgebildete Betreuer auszukommen, wäre daher keine Option.
Vielleicht ist es Ihnen etwas unangenehm Nachbarn oder Freunde zu oft um Hilfe zu bitten. Sollte dies der Fall sein, dann kreieren Sie ein Arrangement mit Gegenleistung, sodass Sie anderen zur Hand gehen, wenn diese Hilfe benötigen. Sich in der Kinderbetreuung abzuwechseln oder einen Babysitter zu teilen, sind gute Möglichkeiten, um etwas Geld zu sparen.

 

Bei Alleinerziehenden kann das Leben manchmal aus der Balance kommen. Verlieren Sie dennoch nicht aus den Augen, dass Sie eine Familie sind. Es mag nicht immer einfach sein, doch mit Unterstützung und guter Planung kann es manchmal doch einfacher gehen, als man denkt.

 

Buchtipp der Betreut-Redaktion: Mutter-Seelen-Alleinerziehend: Ein Kind und weg vom Fenster?, Maike von Wegen, Knaur Verlag, 2013

 

 



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