Three Kittens and a Christmas Ball

Ein Haustier unterm Weihnachtsbaum?

Was Eltern bedenken sollten

Viele Kinder wünschen sich heiß und innig ein Haustier. Insbesondere zu Weihnachten verleihen sie ihrem Wunsch nachdrücklich Ausdruck. Aber sollten Eltern diesem Wunsch nachkommen?

Ein Haustier zu Weihnachten! Für viele Kinder ist dies ihr größter Wunsch. Ob ein süßes Hundebaby, eine Katze oder ein Kaninchen – wohl jedes Kind hat seine eigene Vorstellung von einem perfekten Haustier und wird gerade um Weihnachten herum nicht müde, Ihnen dies mitzuteilen. Das Weihnachtsfest kann für Eltern als verlockender Anlass erscheinen, ihrem Kind diesen großen Wunsch tatsächlich zu erfüllen. Doch ist ein Haustier als Weihnachtsgeschenk eine gute Idee?

Spontankäufe zu Weihnachten vermeiden

„Als Überraschung unterm Tannenbaum sind Tiere nicht geeignet. Damit Mensch und Tier lange Freude miteinander haben, sollte man sich nicht zu einem Spontankauf hinreißen lassen“, meint Dr. Katja Lehmann. Sie ist Tierärztin und Tierschutzlehrerin der Initiative „Liebe fürs Leben – Tierschutzunterricht für Schulkinder“ und rät Eltern, die Entscheidung für ein Haustier nicht leichtfertig zu treffen. „Für Eltern bedeutet ein Haustier grundsätzlich die Verantwortung für ein weiteres Lebewesen, das mit im Haus wohnt. So sehr die Kinder auch versichern, sich ganz allein um den neuen Freund zu kümmern: Tiere sind einfach kein Spielzeug. Sie haben Bedürfnisse, ihr eigenes Wesen, brauchen Aufmerksamkeit und artgerechte Betreuung.“

Auch andere Tierschutzorganisationen raten davon ab, Tiere zu Weihnachten zu verschenken. Denn tausende solcher „Spontankäufe“ landen wenig später in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen oder werden sogar einfach auf der Straße ausgesetzt.

Sich über das Haustier informieren

Wenn es in Ihrer Familie wirklich den Wunsch nach einem vierbeinigen Familienmitglied gibt, sollten Sie die Zeit um Weihnachten herum am besten dafür nutzen, grundlegende Fragen mit der ganzen Familie zu klären. „Es ist ganz wichtig, sich im Vorfeld ausführlich über das Tier und seine Bedürfnisse zu informieren“, rät auch Dr. Lehmann. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen nicht genug über ihr Haustier wissen. Zwei Beispiele: Noch immer sind Hamster bei Familien sehr beliebt. Doch Hamster sind nachtaktive Tiere, deren natürlicher Rhythmus empfindlich gestört wird, wenn sie tagsüber von den Kindern zum Spielen aufgefordert werden. Von Meerschweinchen wissen viele nicht, dass sie Gruppentiere sind und nicht allein gehalten werden sollten.“

Folgende Fragen sollten daher vor der Entscheidung für ein Haustier in aller Ruhe besprochen werden:

  • Weiß man selbst genug über den neuen Hausgenossen, was weiß das Kind?
  • Hat es zum Beispiel schon in der Schule etwas über Haustiere gelernt?
  • Welches Tier passt überhaupt am besten in die Familie?
  • Sind alle einverstanden?
  • Hat ein Familienmitglied Allergien?
  • Gibt es genug Zeit und Platz sowie Geld für Ernährung, Ausstattung und den Tierarzt?

Das richtige Alter für ein Haustier

Ein festes Alter, ab dem Kinder in der Lage sind, Verantwortung für ein Haustier zu übernehmen, gibt es nicht. Dr. Lehmann empfiehlt jedoch: „Das Kind muss in jedem Fall alt genug sein, um zu reflektieren, wie groß die Verantwortung für ein Tier wirklich ist. Entscheidend ist immer auch die Rolle der Eltern, die als Vorbilder fungieren, ihr Kind anleiten und sicher auch ab und an dessen Pflichten übernehmen müssen. Ihnen kommt es zu, die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten ihres Kindes für den Umgang mit einem Tier einzuschätzen.“ Unabhängig vom Alter des Kindes muss das Tier auch grundsätzlich in die Familie und die Wohnsituation passen.

Abschließend rät Dr. Lehmann daher: „Haustiere sollten deshalb nur nach reiflicher Überlegung verschenkt werden und wenn die Bedingungen für eine langfristige, artgerechte Haltung auch wirklich gegeben sind.“

Tierschutzunterricht in der Schule

Die Initiative „Liebe fürs Leben“ bietet Tierschutzunterricht an Schulen an, um Kinder im richtigen Umgang mit Tieren zu schulen und sie aufzuklären, welche Verantwortung ein eigenes Haustier bedeutet. Die Kinder lernen im Tierschutzunterricht unter anderem, welche unterschiedlichen Bedürfnisse Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen oder Kanarienvögel haben und erhalten darüber hinaus auch praktische Tipps, wie sie sich am besten gegenüber einem fremden Hund auf der Straße verhalten oder sich einer Katze richtig nähern. Mit verschiedenen Hilfsmitteln erarbeiten die Kinder im Unterricht die wichtigsten „Tierfreunde-Regeln“ und erhalten am Schluss ein „Tierfreunde-Diplom“ als Anerkennung für ihre Teilnahme.

Alternativen für Kinder zum eigenen Haustier

Wenn Eltern dem Wunsch ihres Kindes nach einem eigenen Haustier nicht nachkommen können oder wollen, gibt es viele schöne Alternativen, wie die Kleinen dennoch nicht auf den Kontakt zu den Vierbeinern verzichten müssen. Erkundigen Sie sich beispielsweise gemeinsam bei Tierheimen oder Tierschutzvereinen in Ihrer Region, ob es für Ihr Kind dort eine Möglichkeit gibt, bei der Pflege und Betreuung der Tiere zu helfen. Zwar ist dies mitunter erst ab 18 Jahren möglich, einige Einrichtungen bieten jedoch bereits jüngeren Kindern die Chance, sich zu engagieren. Auch Tierschutz-Jugendgruppen oder eine Tier-Patenschaft sind eine Möglichkeit für Ihr Kind, Kontakt zu Tieren zu haben. Vielleicht benötigt auch eine ältere Dame in Ihrer Nachbarschaft hin und wieder Unterstützung bei der Pflege ihrer Katze oder beim Ausführen ihres Hundes. Mit entsprechender Erfahrung kann Ihr Kind dann als Hundesitter oder Katzensitter einspringen und somit gleichzeitig noch sein Taschengeld aufbessern.

Sie können gewinnen!

Wir verlosen fünf Mal je ein Exemplar von „Beste Freunde auf vier Pfoten – Familienleben mit Hund und Katze“. Das Ratgeberbuch ist gerade kurz vor Weihnachten ideal als Entscheidungshilfe für Familien, die über die Anschaffung eines Haustieres nachdenken. Jedes Buch ist von Nina Ruge, Schirmherrin der Initiative „Liebe fürs Leben – Tierschutzunterricht für Schulkinder“, signiert.

Um an der Verlosung teilzunehmen, klicken Sie bitte auf diesen Link und füllen das Formular aus. Die Gewinner werden von uns ausgelost. Teilnahmeschluss für das Gewinnspiel ist der 18.12.2016. Viel Glück!

 

Über Dr. Katja Lehmann und die Initiative „Liebe fürs Leben“:

Dr. Katja Lehmann ist Tierärztin und Tierschutzlehrerin der Initiative „Liebe fürs Leben – Tierschutzunterricht für Schulkinder“. Das Projekt vom Tiernahrungshersteller PURINA und dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder für die Verantwortung zu sensibilisieren, die mit der Anschaffung eines Haustieres verbunden ist. Im Rahmen der Initiative führen projekteigene Tierschutzlehrerinnen sowie Tierärzte bundesweit und kostenfrei Tierschutzunterricht an Grundschulen durch. Dr. Katja Lehmann arbeitet seit mehr als 15 Jahren in der Verhaltenstherapie von Tieren, ist Mutter zweier Kinder und zählt zu ihrer Familie auch Hunde, Katzen und Pferde. Vor allem die Kommunikation zwischen Mensch und Tier liegt ihr am Herzen. Weitere Informationen unter www.liebefuersleben.net.

 

 





Kommentare
  1. Ein Haustier unterm Weihnachtsbaum?
    Kinga Correia | Montag,Dezember 12.2016

    Hallo wann ich gewinne wegen meiner Kinder Danke

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