Sinn von Weihnachten

Der Sinn von Weihnachten

Weihnachten vor 100 Jahren und heute

Sind das Fest und der Sinn von Weihnachten noch derselbe wie vor 100 Jahren? Wir zeigen die Entwicklung.

Fröhliche Menschen sind dem Grinch ein Graus. Das haarige grüne Wesen des US-amerikanischen Kinderbuchautors Theodor Seuss Geisel mit einem Herz aus Stein wohnt in einer Höhle auf dem Mount Crumpit. Insbesondere um die Weihnachtszeit geraten die Dorfbewohner in seiner Umgebung in die von ihm verabscheute Feierlaune. So viel Freude und Aufregung sind für das übellaunige Wesen nur schwer zu ertragen. Auch unter uns Menschen gibt es ein paar kleine Grinchs, aber auch zahlreiche kleine Weihnachtselfen, die sich jedes Jahr aufs Neue auf das Weihnachtsfest freuen.

Weihnachten vor 100 Jahren

Vergleicht man ein typisches Weihnachtsfest von heute mit einem Christfest vor 100 Jahren, werden viele Veränderungen deutlich. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts bekamen Kinder hauptsächlich nützliche Kleinigkeiten, wie Handschuhe oder Mützen, geschenkt. Spielzeug war teuer und selten. Die Jungen und Mädchen bereicherten ihr Spiel mit Fantasie und zufällig gefundenen Gegenständen. Statt mit Lichterkette und Glaskugeln wurde der Christbaum einfach mit Weihnachtsgebäck, Nüssen, Äpfeln und Silberpapier geschmückt. Zuvor segnete der Hausherr das gesamte Haus mit Weihwasser und Weihrauch. Bauern bezogen auch ihr Vieh in diesen Brauch mit ein. Den Höhepunkt des Christfestes bildete die Mitternachtsmesse, auch Christmette genannt. Eine Tradition, die Ruhe in den Weihnachtsalltag bringt und besinnliche Feiertagsstimmung aufkommen lässt. Ein weiteres Ritual, das sich bis heute gehalten hat, ist das traditionell reichhaltige Weihnachtsessen. Der servierte Gänsebraten geht übrigens auf den katholischen Brauch der Martinsgans zurück. Demnach wurde am 11. November, zu Beginn der Fastenzeit, das knusprige Geflügel kredenzt. Am Heiligabend hat das Fasten ein Ende und es wird erneut eine Gans als Festtagesbraten zubereitet.

Modernes Weihnachten

In unserer hektischen, reizüberfluteten Zeit haben Weihnachtsfeste inzwischen nur noch wenig mit Ruhe und Besinnlichkeit zu tun. Natürlich gibt es Ausnahmen, zum Beispiel an gemütlichen und familiären Weihnachtsabenden. Alljährliche Kirchgänge und Krippenausstellungen zum Advent erinnern an ein friedliches Zusammenleben und versetzen den Betrachter in eine andere Zeit. Eine Zeit, die scheinbar weniger hektisch und weniger pompös war. Ein gravierender Unterschied zu früheren Weihnachtsfesten zeigt sich bei den Geschenken. Heute werden Kinder überhäuft mit den verschiedensten Plastikutensilien in bunter Verpackung. Ob Barbie, Feuerwehrauto oder Legobausteine – die Wünsche des Nachwuchses sind vielfältig und machen den einfachen Wunschzettel zu einem Katalog der aktuellsten Spielzeugtrends. Zur moderne Version von Weihnachten gehört auch das Drapieren bunter Lichter und leuchtender Figuren um Haus und Garten. Häufig so exzessiv, dass so mancher Rummelplatzbetreiber vor Neid erblasst.

 

Titel

Der eigentliche Sinn von Weihnachten

In der eingangs erwähnten Geschichte steckt der Grinch Spielzeug, Lichterschmuck und Festtagsbraten in seinen Sack und schleppt die Beute in seine heimische Höhle. Nach vollbrachter Untat erhofft er sich die langersehnte Ruhe. Doch das Ungetüm wird enttäuscht. Denn den Dorfbewohnern geht es nicht um bunte Beleuchtung und grelle Geschenke, sondern darum, Freude zu teilen und Zeit miteinander zu verbringen. Sie feiern trotz fehlender Dekoration ihr Weihnachtsfest. So viel Liebe lässt selbst den Grinch nicht kalt. Sein bisher zu kleines Herz wächst und veranlasst ihn dazu, alle Geschenke zurückzugeben. Am Ende feiert er gemeinsam mit den Bewohnern den Heiligen Abend. Die Geschichte aus dem Jahr 1957 ruft uns den eigentlichen Sinn von Weihnachten ins Gedächtnis: Zeit mit den Menschen zu verbringen, die uns am Herzen liegen. Dazu kann durchaus auch ein Grinch gehören.



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