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Folgen von Mobbing

Wenn seelische Gewalt krank macht

Die Folgen von Mobbing sind nicht unbedingt körperlich sichtbar. Dennoch leiden Kinder und Jugendliche oft auch noch als Erwachsene unter den Nachwirkungen der seelischen Gewalt.

Blaue Flecken, ein aufgeschrammtes Knie oder zerrissene Kleidung können sichtbare Blessuren sein, die ein Mobbing-Opfer aufweist. Doch die Verletzungen, die Mobbing außerdem anrichtet und die weitaus schlimmer sind als ein blauer Fleck, sind jene, die von außen nicht sichtbar sind. Die Auswirkungen von Mobbing auf die Kinderseele sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Denn Mobbing in der Schule kann schwerwiegende Folgen haben, unter denen die Betroffenen häufig jahrelang leiden. Schätzungen zufolge leiden 90 Prozent aller Mobbing-Opfer körperlich oder seelisch unter den Folgen von Mobbing[1].

Mobbing macht krank

Die Stärke der körperlichen und seelischen Beschwerden, mit denen Mobbing-Opfer zu kämpfen haben, sind natürlich nicht für alle gleich. Sie hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Schwere der Attacken und der Persönlichkeit und seelischen Stärke des Gemobbten. Generell gilt jedoch: Seelische Gewalt bringt jedes Kind und jeden Erwachsenen aus dem Gleichgewicht. Werden die Opfer über einen längeren Zeitraum schikaniert, können die Folgen sogar ähnlich ausfallen, wie bei Opfern von Naturkatastrophen und schweren Unfällen[2].

Mögliche Folgen von Mobbing

Die Folgen, die seelische Gewalt für die betroffenen Kinder haben kann, betreffen unterschiedliche Lebensbereiche und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein:

 

  • Schlafstörungen, Alpträume
  • Panikanfälle, Angststörungen
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen, Bauchschmerzen/Übelkeit
  • Appetitlosigkeit, Ess-Störungen
  • Soziale Isolation, Selbstzweifel, Einsamkeitsgefühl
  • Verschlechterung der schulischen Leistungen
  • Selbstmordgedanken/Selbstmord

 

Mobbing in der Schulzeit wirkt sich besonders drastisch auf die Seele der Kinder aus, da die Schüler sich in diesem Alter in einer Entwicklungs- und Umbruchphase befinden und psychisch labil und emotional angreifbar sind. Der schwedische Psychologe Dan Olweus fand in einer Studie unter anderem heraus, dass Kinder, die im Alter von 13 und 16 Jahren von ihren Mitschülern gemobbt wurden, mit 23 Jahren häufiger an Depressionen und mangelndem Selbstwertgefühl litten und sich aus ihrem sozialen Umfeld häufiger zurückzogen. Außerdem gehen Experten zufolge 20% aller Suizide auf Mobbing zurück[3].

 

Menschen, die in der Schule Opfer von Mobbing waren, haben auch später vermehrt Probleme damit, Beziehungen zu anderen im Privat- und im Berufsleben aufzubauen und zu pflegen. Die Angst, wieder verletzt zu werden, steht ihnen häufig im Weg. Am schlimmsten leiden einer amerikanischen Studie zufolge jene Kinder, die beide Seiten erlebt haben – also sowohl gemobbt wurden, als auch selbst andere gemobbt haben. 32% von ihnen leiden im Erwachsenenalter an Angststörungen. Jene Kinder, die ausschließlich andere schikaniert haben, hatten in der Studie ein vierfach höheres Risiko für eine antisoziale Persönlichkeitsstörung[4].

Folgen von Cybermobbing

Das besonders unter Kindern und Jugendlichen verbreitete Cybermobbing kann außerdem über die Schulzeit hinaus rufschädigend wirken und die zukünftige berufliche Karriere unter Umständen negativ beeinflussen. Peinliche Fotos, Videos und Gerüchte, durch die die Kinder im Internet bloßgestellt werden, kursieren, wenn sie nicht gelöscht werden, auch noch nach der Schulzeit im Web. Da immer mehr Arbeitgeber vorab über ihre Bewerber online und in sozialen Netzwerken recherchieren, kann ein beschämendes Foto unter Umständen darüber entscheiden, ob jemand im Bewerbungsverfahren eine Runde weiterkommt – oder eben nicht.

Das Erlebte aufarbeiten

Die Folgen von Mobbing in der Schule sind vielfältig und können sowohl psychischer als auch physischer Natur sein. Wie Betroffene im Einzelnen mit den Erfahrungen umgehen, hängt zu einem großen Teil auch mit der Persönlichkeit des Opfers zusammen. Einige nehmen sich die Angriffe der Mobber sehr zu Herzen, andere können sich wiederum etwas erfolgreicher gegen die Schmähungen wehren und sie im Nachhinein besser verarbeiten. Eltern sollten einige Strategien gegen Mobbing kennen und über diese gemeinsam mit ihren Kindern sprechen.

Es müssen nicht zwingend alle möglichen Mobbing-Folgen auch bei jedem Betroffenen auftreten. In jedem Fall ist es wichtig, dass die Kinder das Erlebte aufarbeiten, zum Beispiel in Gesprächen mit Familie, Freunden oder anderen Betroffenen, die Ähnliches durchgemacht haben. Einigen Kindern und Jugendlichen kann psychologische Hilfe oder das Aufsuchen einer Beratungsstelle dabei unterstützen, ihre dramatischen Erfahrungen zu verarbeiten und mit ihnen abzuschließen.

 

 

[1] http://www.onmeda.de/psyche/mobbing-folgen-von-mobbing-10349-4.html“>http://www.onmeda.de/psyche/mobbing-folgen-von-mobbing-10349-4.html

[2] http://www.mobbing-beenden.de/mobbing-folgen/mobbing-folgen.htm

[3] http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/grafstat/46560/m-02-06-welche-folgen-hat-mobbing-fuer-die-opfer

[4] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mobbing-betroffene-leiden-noch-jahre-spaeter-an-psychischen-folgen-a-884981.html

 

 



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