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Eine Mütterpflegerin nach der Geburt

Betreuung während des Wochenbetts

Ein Baby ist geboren. Und mit ihm eine vollkommen neue Lebenssituation. Mütterpflegerinnen können dabei helfen, dass Sie sich nach der Entbindung nicht von den vielen alten und neuen Aufgaben überwältigt fühlen.

Mütterpflegerin

 

Mütterpflege, laut Wikipedia „auch häusliche Wöchnerinnen- und Säuglingspflege, Wochenpflege oder Wochenbegleitung, bezeichnet eine professionelle Pflege von Mutter und Kind, einschließlich der Versorgung der weiteren Familienmitglieder, während der unmittelbar auf die Geburt folgenden Zeit, dem Wochenbett.“ In den USA sind Mütterpflegerinnen auch unter dem Namen Postpartum Doulas bekannt.

Wer bemuttert eigentlich die Mütter?

Die Mütterpflege geht dabei deutlich über eine reine Haushaltshilfe hinaus: Eine Mütterpflegerin sorgt dafür, dass Neumamas die schöne Zeit nach der Geburt gemeinsam mit ihrem Baby auch genießen können. Denn mitunter stellen sich dabei ungeahnte Fragen oder es tauchen Unsicherheiten und Ängste auf. Alle Sorgen und Aufmerksamkeit richten sich nun auf das kleine Neugeborene. Aber: Wer kümmert sich um die Mutter, die vor, während und nach der Geburt körperliche und seelische Höchstleistungen vollbringt?

In dieser Situation bieten Mütterpflegerinnen auf einfühlsame Weise praktische und theoretische Hilfe an: Sie sorgen dafür, dass Frauen nach der Entbindung ihres Kindes und der Rückkehr aus dem Krankenhaus sich wieder gut in ihrem Zuhause einleben.

Mütterpflegerin

Welche Aufgaben übernimmt eine Mütterpflegerin?

Eine Mütterpflegerin kann Frauen bereits während der Schwangerschaft (siehe auch Doulas) oder erst nach der Entbindung zu Hause betreuen. Folgende Aufgaben können Mütterpflegerinnen übernehmen:

  • Mütterpflegerinnen unterstützen Mütter bei der Pflege des Babys, beraten Sie in Gesundheitsfragen und stehen ihnen bei der Organisation des Haushalts zur Seite.
  • Sie schenken Zuwendung – z.B. durch Zuhören, Gespräche und Einzelberatung rund um die Fragen der Mütter im Wochenbett.
  • Sie kümmern sich um eine vollwertige Ernährung der Familie, gehen einkaufen und kochen (natürlich auch stillfreundliche Gerichte).
  • Sie übernehmen Haushaltsaufgaben und kümmern sich ggf. um ältere Geschwisterkinder.
  • Mütterpflegerinnen zeigen Übungen zur Rückbildung und helfen Müttern mittels Atem- und Entspannungstraining sowie Massagen dabei, z.B. die Nacken- und Rückenmuskulatur zu entspannen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Mütterpflegerin und Hebamme?

Ähnlich wie bei den Doulas muss auch der Zuständigkeitsbereich der Mütterpflegerinnen von dem der Hebammen abgegrenzt werden. Die Mütterpflegerin führt keine medizinischen Handlungen durch oder stellt Diagnosen. Sie besitzt im Gegensatz zur Hebamme in den meisten Fällen keine medizinische Qualifikation.

Damit ist die Tätigkeit deutlich von der Versorgung durch Hebammen abgegrenzt, ergänzt diese aber sinnvoll. So kann eine Mütterpflegerin beispielsweise darauf achten, dass die Empfehlungen der Hebamme umgesetzt werden. Auch kann eine Hebamme ihre Besuche bei der Neumutter nicht über mehrere Stunden ausdehnen, wogegen die Betreuungsleistung durch eine Mütterpflegerin individuell vereinbart werden kann.

Wer übernimmt die Kosten für eine Mütterpflegerin?

Die Kosten für diese sogenannte „Haushaltshilfe“ werden in der Regel von den Krankenkassen (mit)getragen (§ 24g,h SGB V bzw. § 38 SGB V). Die meisten Kassen übernehmen die Kosten für eine Haushaltshilfe für 6 Tage á 8 Stunden nach der Geburt, sofern die Mutter wegen Schwangerschaft oder Entbindung nicht in der Lage ist, den Haushalt selbst zu führen oder keine in ihrem Haushalt lebende Person diese Aufgabe übernehmen kann.

Darüber hinaus ist die Kostenübernahme mit Vorlage eines Attests vom Arzt oder der Hebamme gewährleistet. Den Umfang legt die jeweilige Krankenkasse individuell fest. Alternativ müssen die Kosten privat übernommen werden.

 

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Kommentare
  1. Eine Mütterpflegerin nach der Geburt
    Christian, Jens | Sonntag,November 08.2015

    Als Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut für Frühtraumatisiertungen kann ich Ihre Arbeit nur mit großem Nachdruck unterstützen: wieviel völlig unnötiges traumatisierenden Leid würde den Babys und den Alleinerziehenden, aber auch Kleinfamilien-Eltern erspart!!!Übrigens braucht es nach meiner Erfahrung eigentlich diese Unterstützung mindestens bis zu dem Zeitpunkt, wennn das Baby in einer Krippe aufgenommen werden kann. Denn eigentlich „braucht es einen ganzen Stamm, um ein Baby aufzuziehen“! Wie kann man von Ihnen Adressen in München bekommen?Mit herzlichen Grüssen!J. Christian

  2. Eine Mütterpflegerin nach der Geburt
    Melanie Stockmann | Donnerstag,April 12.2018

    Oh das ist so wahr! Ich suche grade dringend irgendeine Hilfe, weil ich körperlich, nach ständigem krank sein und der darauffolgenden Geburt meines Sohnes, völlig ausgezehrt bin, müde, erschöpft, nicht in der Lage mich oder meine Kinder anständig zu versorgen. Mein Mann musste früher wieder die Arbeit aufnehmen. Ich bin nach vier Wochen, nach einer komplizierten Geburt mit Notkaiserschnit, überhaupt noch nicht gesund und munter. Ich weiß nicht weiter..Familie wohnt weiter weg. Ich bin verzweifelt..sechs Tage sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. So habe ich mir das nicht vorgestellt😔

  3. Eine Mütterpflegerin nach der Geburt
    Katrin Lewandowski | Dienstag,April 17.2018

    Bitte suchen Sie hier nach Unterstützung in Ihrer Region!

  4. Eine Mütterpflegerin nach der Geburt
    Monica Cucchiara | Donnerstag,März 07.2019

    Ich möchte Mütterpflegerin werden !! nach meine 5 Kinder,, alle groß erzogen und volljährige, habe ich jetzt wieder Zeit. Möchte Mamas helfen, und damit was verdienen

  5. Eine Mütterpflegerin nach der Geburt
    Manuela | Montag,Januar 20.2020

    Hallo, ich lebe im Land Brandenburg und bei uns gibt es ein tolles Projekt, das Netzwerk Gesunde Kinder. Wird gefördert vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Im Land Brandenburg gibt es z.z. 21 tätige Netzwerke. Wir bilden ehrenamtlich tätige Familienpaten aus, die dann die jungen Familien vom Ende der Schwangerschaft bis zum 3. Geburtstag des Kindes begleiten. Ich selbst bin auch Familienpatin. Eine sehr schöne Aufgabe und für die Familien ist immer ein Ansprechpartner da, neben der Hebamme am Anfang eine gute Unterstützung. Wir arbeiten mit vielen Kooperationspartnern zusammen, sei es Familienberatungsstellen, Frühförderung etc. Manchmal reicht es schon aus, ein guter Zuhörer zu sein. Das mit der Mütterpflegerin kannte ich so auch noch nicht. Sicher ist auch das für viele Familien eine gute Unterstützung.

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