Häusliche Pflege von Verwandten

Häusliche Pflege von Verwandten

Die 5 häufigsten Fragen

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Pflegekraft einzustellen, bedenken Sie diese Fragen bei Ihrer Entscheidungsfindung.

Wenn eine Ihnen nahestehende Person ihren Alltag irgendwann leider nicht mehr völlig unabhängig bestreiten kann, ist es an der Zeit, sich Unterstützung zu suchen. Die Entscheidung über die richtige Pflege ist eine sehr emotionale, die nicht leichtfertig getroffen werden sollte. Lassen Sie sich von Freunden helfen, sprechen Sie mit Ihren Geschwistern oder suchen Sie sich Rat bei einem Experten, zum Beispiel bei einer Pflegeplatzberatung. Dort können Sie sich auch bei der Suche nach freien Pflegeplätzen in Ihrer Region unterstützen lassen.

 

Viele Senioren möchten lieber weiterhin zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung leben. Bevor Sie an einen Umzug ins Alters- bzw. Pflegeheim oder in eine betreute Wohnanlage denken, sollten Sie also auch alternative Möglichkeiten erwägen. Diese Optionen können die Pflege durch Familienangehörige, einen ambulanten Pflegedienst oder ein Seniorenbetreuer sein. Wenn Sie darüber nachdenken, Ihre Verwandten daheim betreuen zu lassen, können Ihnen die folgenden fünf Fragen bei Ihrer Entscheidungsfindung helfen.

1. Woher weiß ich, ob häusliche Pflege das richtige für meine Angehörigen ist?

Der gesundheitliche Zustand des Pflegebedürftigen, die zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen, die Einsatzbereitschaft der Familie und die räumlichen Bedingungen – diese Faktoren sollten Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen.

 

Die Gesundheit und Sicherheit Ihrer Angehörigen sollte immer oberste Priorität haben: Sind Ihre Mutter oder Ihr Vater glücklicher, wenn sie weiterhin zuhause wohnen können, als wenn sie in eine Pflegeeinrichtung umziehen müssten? Wird ihr Leben sich verbessern, wenn sie regelmäßig Unterstützung durch einen Seniorenbetreuer erfahren, der beispielsweise bei der Medikamenteneinnahme zur Hand geht? Vergessen Sie bei Ihren Überlegungen nicht die räumlichen Voraussetzungen: Ist das häusliche Umfeld für Ihre Mutter oder Ihren Vater immer noch sicher? Oder gibt es problematische Bereiche, wie zum Beispiel ein rutschiger Boden oder Treppen, die das freie Bewegen innerhalb des Hauses erschweren?

2. Wo finde ich häusliches Pflegepersonal?

Eine große Auswahl verschiedener ambulanter Pflegedienste finden Sie im Internet. Zudem erhalten Sie auch bei Ihrer zuständigen Kranken- oder Pflegekasse Auskunft darüber. Auf Online-Plattformen wie Betreut.de können Sie selbstständig den passenden Seniorenbetreuer für Ihre Angehörigen finden und aus verschiedenen Bewerbern die Pflegekraft selbst auswählen. Sich eigenständig auf die Suche nach einem Seniorenbetreuer für Ihre Angehörigen zu machen, mag anfangs zwar etwas zeitaufwändiger sein, bietet aber viele Vorteile. Sie können den Betreuer in aller Ruhe kennen lernen, bevor Sie und Ihre Verwandten sich gemeinsam für einen Bewerber entscheiden und Ihr zu pflegender Angehöriger hat eine feste Bezugsperson, und muss sich nicht an wechselnde Angestellte der Pflegedienste gewöhnen. Hier finden Sie einen Anstellungsvertrag, indem Sie alle wichtigen Absprachen festhalten können.

3. Wie viel wird mich die häusliche Pflege kosten?

Das ist je nach Pflegestufe und Art der häuslichen Pflege unterschiedlich. Die Pflegekasse kann beispielsweise die Kosten für die ambulante Pflege übernehmen oder zahlt den Pflegebedürftigen bzw. den pflegenden Angehörigen Leistungen zur Finanzierung der Pflege.

Wenn Sie einen privaten Seniorenbetreuer beschäftigen, einigen Sie sich gemeinsam auf einen Stundenlohn. Der ist abhängig von Ihrem Wohnort, der Berufserfahrung und den Referenzen Ihres Seniorenbetreuers und den Aufgaben, die der Betreuer bei Ihren Angehörigen übernehmen wird.

4. Wie kann ich das Pflegepersonal überprüfen?

Um einen Eindruck davon zu gewinnen, ob das Pflegepersonal auch wirklich aufmerksam und liebevoll mit Ihren Angehörigen umgeht, kann es eine gute Option sein, einmal unangekündigt vorbei zu schauen, während die Pflegekraft sich gerade bei Ihren Angehörigen befindet.

Hören Sie außerdem auch auf Ihr Bauchgefühl und achten Sie auf das Verhalten Ihres Angehörigen. Erscheint er oder sie nach den Besuchen der Pflegekraft verstört, traurig oder unzufrieden, sollten Sie einen Wechsel der Pflegekraft erwägen. Auch wenn es für einen Wechsel objektiv betrachtet keinen triftigen Grund gibt: Der Pflegebedürftige sollte sich in der Obhut des Betreuers wohl und sicher fühlen.

5. Wie kann ich den Pflegebedürftigen davon überzeugen, Hilfe anzunehmen?

Beziehen Sie den Pflegebedürftigen von Anfang an in den Entscheidungsprozess mit ein und stellen sie ihn nicht vor vollendete Tatsachen. Oft werden Sie zunächst auf Widerworte und nicht auf hundertprozentige Zustimmung stoßen. Meist unterschätzen Pflegebedürftige die eigenen Bedürfnisse und meinen, sie seien gesünder und unabhängiger, als es den Tatsachen entspricht. Von einer unbekannten Person in ihrem häuslichen Umfeld fühlen Sie sich daher erst einmal eingeschränkt. Sie können Ihrem Angehörigen auch anbieten, die häusliche Pflege eine Zeitlang probeweise auszutesten. Wenn sich Ihre Angehörigen schließlich an die Pflegekraft gewöhnt haben und die Chemie zwischen den beiden stimmt, wird die ablehnende Haltung nach und nach abnehmen, so dass Ihre Verwandten sich auf die Vorteile der Pflege daheim einlassen können.

 

 





Kommentare
  1. Häusliche Pflege von Verwandten
    Elisabeth Sübert | Donnerstag,Juni 11.2015

    ganz, ganz wichtig ist Punkt 4, überprüfen durch unangekündigte Besuche, und offener Blick auch „hinter die Kulissen“ !!!!Es genügt auf gar keinen Fall, nur alle paar Wochen mal zum lange vorher verabredeten Kaffeebesuch zu erscheinen und nach einer Stunde wieder zu gehen.Mein Vater lebt seit mehr als 1 1/2 Jahren mit 24-Std-Betreuung, wir wohnen einige 100 km entfernt.Sie können mich gern per e-mail ansprechen !

  2. Häusliche Pflege von Verwandten
    Angelina | Freitag,Juni 17.2016

    Vielen Dank für die zahlreichen Tipps. Ich glaube, dass für viele Menschen, die sich mit der häuslichen Pflege beschäftigen, viele Fragen beantwortet werden konnte. Die Entscheidung zu der häuslichen Pflege und Betreuung ist bestimmt keine einfache, aber sie ist notwendig. Man kann sich nicht jederzeit und immer um die eigenen Verwandten kümmern, auch wenn man gerne machen würde.Die unter Punkt 1 angeführte Fragen sind sehr gut, um sich einen Überblick über die Situation zu machen, um dann genauer zu differenzieren und zu entscheiden! Wichtig finde ich auch, dass man mit den Angehörigen viel kommuniziert und deren Meinung mit in den Entscheidungsprozess integriert. Sollte der Fall eingetroffen sein, dass die Verwandten zu Hause gepflegt werden, sind unangekündigte Besuche sehr wichtig. Damit man besser einschätzen kann, ob die Pflege in Ordnung ist. Das Wichtigste ist ja, dass der Pflegebedürftige sich wohl fühlt.Meine Geschwister und ich haben uns auch damals dazu entschieden, dass unser Vater Betreuung rund um die Uhr erhalten wird. Wir sind momentan mit der Pflegekraft sehr zufrieden, und unser Vater auch. Das merkt man einfach und auch im Gespräch mit ihm kam es heraus!Vielen Dank für den Artikel!

  3. Häusliche Pflege von Verwandten
    Frank | Montag,März 12.2018

    Danke für den super Artikel.Ein guter ambulanter Pflegedienst ist Rar.Man muss sich über dieses Thema viele Gedanken machen.Lieber vorher darüber nachdenken als später.Ich würde mich auf paar Seiten informieren.VG

  4. Häusliche Pflege von Verwandten
    Katherine | Donnerstag,Juli 26.2018

    Super Beitrag, vielen Dank! Ich habe mit meiner Frau auch schon über das Thema Ambulanter Pflegedienst gesprochen, da wir es beide sehr interessant finden.

  5. Häusliche Pflege von Verwandten
    Mia | Freitag,August 31.2018

    Danke für die guten Tipps zum Ambulanten Pflegedienst. Ein Bekannte möchte vermutlich so eine Dienst beauftragen, da ihr die Pflege immer mehr Kraft abringt. Ich denke einiges von hier kann ich ihr weiterempfehlen.

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