Tiere im Altenheim

Tiere im Altenheim

Neue Lebensfreude für Senioren

Pflegebedürftige und demenzkranke ältere Menschen in Pflegeheimen können durch den Kontakt mit Tieren wieder neue Lebensfreude gewinnen.

Nicht nur Kinder lieben Tiere – gerade ältere Menschen haben häufig eine sehr enge Beziehung zu ihrem Haustier. Egal ob Hund, Katze oder Wellensittich: Die vierbeinigen Freunde tragen dazu bei, dass die Senioren im Alter aktiv und gesund bleiben und nicht vereinsamen. Für ein Haustier zu sorgen, gibt ihnen das Gefühl, gebraucht und geliebt zu werden. Daher leuchtet es ein, dass Haustiere in Seniorenheimen eine wichtige Rolle bei der Schaffung und dem Erhalt von Lebensqualität spielen können.

Die positiven seelischen, körperlichen und sozialen Effekte von Haustieren auf den Menschen sind in zahlreichen Studien wissenschaftlich untersucht und bewiesen worden. Beispielsweise senken allein die Anwesenheit und das Streicheln von Tieren die Herzfrequenz und den Blutdruck und hemmen die Ausschüttung von Stresshormonen. Vor allem in der Betreuung von Demenzkranken erweisen sich Tiere als große Hilfe, da sie einen Zugang zu den Senioren herstellen können, wo andere Therapieformen häufig weniger Erfolge erzielen.

Auf den Hund gekommen: Vorteile von Tieren im Altenheim

Neben den positiven gesundheitlichen Auswirkungen profitieren Senioren in Pflegeeinrichtungen noch auf viele weitere Arten von der tierischen Gesellschaft:

  • Sozialer Kontakt

Ein Tier erleichtert die soziale Interaktion der Bewohner sowohl untereinander als auch zu Besuchern, wie beispielsweise den eigenen Kindern und Enkelkindern. Die Anwesenheit des Tieres schafft eine positivere Atmosphäre. Durch das gemeinsame Interesse an dem Haustier gibt es immer ein Gesprächsthema, so dass Unterhaltungen sich wie von selbst ergeben und lebendiger und fröhlicher werden. Das Haustier kann zudem wie ein „Enkelkind-Magnet“ wirken, der den Besuch bei Oma oder Opa noch attraktiver macht. Zwischen den Bewohnern kann das Tier außerdem als Eisbrecher fungieren. Sich zu erkundigen, wie es dem Wellensittich heute geht und ob die Katze das neue Futter gerne frisst, sind ideale Anlässe, um ganz ungezwungen auf einen Plausch im Nachbarzimmer vorbeizuschauen.

  • Bewegung und Motorik

Das Tier motiviert die Senioren dazu, aktiv mit ihm zu interagieren, mit ihm zu spielen, es zu streicheln und – falls die Gesundheit der Bewohner dies zulässt – mit ihm einen Spaziergang an der frischen Luft zu unternehmen. Bei Senioren mit motorischen Einschränkungen ist sogar häufig zu beobachten, dass sie während des Spiels oder beim Schmusen mit dem Tier soweit von ihren körperlichen Einschränkungen abgelenkt werden, dass sie Bewegungen, die vorher nicht mehr möglich schienen, wieder ausführen können.

  • Lebensfreude und -qualität

Mit ihrem warmen und weichen Fell vermitteln Tiere den Senioren ein Gefühl von Geborgenheit, Nähe und Trost. So können die Vierbeiner insbesondere während Phasen, in denen sich der Senior einsam fühlt, als Hoffnungsspender wirken. Das Streicheln und der liebevolle Kontakt mit dem Tier schenken den Bewohnern neue Lebensfreude, helfen ihnen aus der Isolation heraus und reduzieren gleichzeitig Stress. Auch Senioren, die nicht mehr gut oder gar nicht mehr sprechen können, können durch Berührung und Gesten mit den Tieren kommunizieren und eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Das wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Senioren aus und kann insbesondere bei depressiven Verstimmungen förderlich sein.

  • Gedächtnistraining

Der Kontakt zu den Vierbeinern wirkt wie ein Gehirnjogging für die Senioren, da es sowohl das Kurzzeit-, als auch das Langzeitgedächtnis trainiert. Die Senioren lernen im Umgang mit dem Tier viel Neues und erfahren neben den Eckdaten wie Name, Rasse und Alter des Tieres auch etwas über dessen Eigenarten – das alles gilt es sich zu merken. Untersuchungen zeigen außerdem, dass selbst demenzkranke Senioren sich auch noch nach einigen Tagen an den Namen des Tieres erinnern können.

Tiere im Altenheim: Welche Möglichkeiten gibt es für Senioren?

  • Das eigene Haustier zieht mit ein

Die Möglichkeit, dass die Bewohner ihre eigenen Haustiere mitbringen und diese dauerhaft mit ihnen in der Einrichtung wohnen, besteht leider nicht immer. Zwar gibt es kein Verbot, dass das Mitnehmen des eigenen Haustieres bei einem Umzug ins Pflegeheim verbietet, jedoch auch keine generelle Erlaubnis.

Damit das Haustier mit dem Senior in der Einrichtung wohnen kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die artgerechte Haltung (bei Hunden zudem ausreichende Bewegung) und die Versorgung des Tieres müssen auch dann weiterhin gewährleistet sein, wenn der Senior sich z.B. auf Grund von Krankheit nicht mehr selbst um die Bedürfnisse des Tieres kümmern kann. Da viele Senioren im Altenheim zudem eine angeschlagene Gesundheit haben, muss penibel auf die Hygiene geachtet werden, damit sie nicht auf durch vom Tier verursachte Verunreinigungen oder durch das Verhalten des Tieres zu Schaden kommen. Eventuelle Allergien unter den Bewohnern müssen außerdem ausgeschlossen werden. Wenn der Wohn- und Betreuungsvertrag der Einrichtung sich nicht explizit gegen Tiere ausspricht, und auch alle weiteren Voraussetzungen in der Pflegeeinrichtung gewährleistet sind, kann die Haltung eigener Haustiere für die Senioren einen großen Zugewinn darstellen.

  • Regelmäßiger Kontakt zu Tieren durch Besuchsdienste

Senioren, denen es nicht möglich ist, das eigene Haustier beim Umzug ins Altenheim mitzunehmen, müssen dennoch nicht gänzlich auf den Kontakt zu Tieren verzichten. So genannte Tierbesuchsdienste sind eine schöne Alternative, wenn eine dauerhafte Haltung von eigenen Haustieren in der Pflegeeinrichtung nicht erwünscht oder nicht möglich ist. Tierbesuchsdienste kommen zu festgelegten Terminen mit speziell ausgebildeten Tieren in die Pflegeeinrichtung, wo die Senioren mit ihnen spielen und schmusen können. Die Therapietiere sind meist Hunde oder Katzen mit einem besonders ausgeglichenen und sanften Gemüt, die sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn ein Senior ihn einmal etwas zu fest streichelt, an sich drückt oder plötzlich eine unbeholfene Bewegung macht. Einige Einrichtungen schaffen außerdem Tiere wie Wellensittiche, Kaninchen oder Vögel an, die in der Einrichtung leben und abwechselnd von allen Heimbewohnern gemeinschaftlich versorgt werden.

 

Ob Besuchstiere oder eigene Haustiere: Viele Pflegeeinrichtungen haben mittlerweile erkannt, wie bereichernd Haustiere für den Alltag der Senioren sein können. Ob Haustiere im Seniorenheim Ihres Angehörigen erlaubt sind, erfragen Sie am besten in der Einrichtung vor Ort. Sollten Sie noch auf der Suche nach einem tierfreundlichen Seniorenheim in ihrer Nähe sein, können Sie diese hier anhand Ihrer Postleitzahl suchen.

 

 





Kommentare
  1. Tiere im Altenheim
    Fateme Kazemzade | Montag,Februar 27.2017

    Ich bin interEssiert fűr der job.kőnnen sie mir gerne unter der tlf nummer kontaktieren:015217949023Lg

  2. Tiere im Altenheim
    Heidi | Montag,Mai 29.2017

    Hallo, vielen Dank für den tollen Artikel. Das sollten sich manchen Seniorenheime zu Herzen nehmen. Meine Mutter bekam vor zwei Jahren Demenz, daher benötigte sie auch Pflege. Da meine Mutter Hundeliebhaberin ist und auch schon immer selbst einen Hund hatte, wollte sie unseren Beno natürlich mit nehmen. Aber Seniorenwohnungen zu finden, wo Haustiere erlaubt sind ist gar nicht so leicht. Am Ende ist meine Mutter inkl. Beno in eine Seniorenresidenz von Augustinum gezogen. Hier sind auch Haustiere sehr willkommen, was ich persönlich auch wirklich wichtig finde! Mit freundlichen Grüßen Heidi

  3. Tiere im Altenheim
    Katrin Lewandowski | Freitag,Juli 28.2017

    Schauen Sie doch am besten hier nach einem Job.

  4. Tiere im Altenheim
    Heike Sommer | Donnerstag,August 10.2017

    Guten Tag, sehr toller Beitrag. Ich finde es so wichtig, dass Haustiere im Altenheim erlaubt sind. Meine Mutter lebt seit einigen Jahren in einer Seniorenwohnung von Augustinum, wo Haustiere sehr gerne gesehen sind. Unser Benno ist ihr Ein und Alles. Zu Beginn lebte meine Mutter in einem anderen Wohnheim, wo Tiere ausdrücklich verboten waren. Hatten damals aber keine andere Wahl, da die Plätze in den Heimen vor Ort sehr rar waren. Das heißt, der Hund musste bei uns bleiben und demzufolge ging es meiner Mutter gesundheitlich immer schlechter. Mittlerweile geht es ihr besser wie zuvor. Ich bin immer wieder erstaunt, was Hunde bei Menschen bewirken können. Mit freundlichen GrüßenHeike Sommer

  5. Tiere im Altenheim
    Gerda | Donnerstag,September 14.2017

    Meine Tante möchte in Altenheim umziehen, weil sie allein zuhause geblieben und es ist schwierig für sie. Ich suche jetzt nach dem Ort, wo sie neue Freunde treffen kann und ambulante Hilfe bekommen, wenn es nötig ist. Es gibt nur eine kleine Frage, ob sie ihren kleinen Hund mitnehmen darf. Bevor ich diesen Artikel gelesen habe, wusste ich nicht, dass allein die Anwesenheit und das Streicheln von Tieren die Herzfrequenz und den Blutdruck senken und die Ausschüttung von Stresshormonen hemmen. Ich glaube, dass dankbar diesem Grund es keine Probleme werden soll, wenn jemand ein Tier zum Altenheim mitbringt.

  6. Tiere im Altenheim
    Helena | Dienstag,Juli 17.2018

    Danke für diesen schönen Beitrag über Haustiere im Pflegeheim. Bevor meine Oma sich für oder gegen ein Pflegeheim entscheidet, wollte sie sichergehen wie es denn mit der Mitnahme von Haustieren aussieht. Sie hat nämlich eine Katze, die sie unbedingt mitnehmen will. Gut zu wissen, dass Hygienebestimmungen für Tiere gelten können.

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