Vertrauen zum Tier aufbauen

Als Tiersitter Bindung zum Tier aufbauen

6 Tipps, wie das Tier Vertrauen aufbaut

Ihre Jobsuche als Tiersitter war erfolgreich und nun wird das pelzige Familienmitglied auf Zeit in Ihre Obhut übergeben. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, eine gute Bindung zu Ihrem Schützling aufzubauen.

1. Mit der Persönlichkeit des Tieres vertraut machen

Sicherlich haben Sie von der Familie bereits einiges über den Charakter des Tieres und eventuelle Eigenheiten erfahren und konnten sich bei einer „Schnupperstunde“ schon einmal miteinander bekannt machen. Sie wissen vermutlich, womit der Hund oder die Katze gerne spielt und was er oder sie am liebsten frisst. Doch erst dann, wenn Sie das Tier für eine längere Zeit, beispielsweise während der Tierbetreuung in den Sommerferien, in Ihre Obhut nehmen, beginnt das eigentliche Kennenlernen zwischen Mensch und Tier.

 

    • Tipp für Hundesitter: Bauen Sie eine Beziehung durch Aktivitäten auf.

Eine Bindung zum Hund bauen Sie als Hundesitter am besten durch gemeinsame Aktivitäten auf: Spielen Sie mit dem Hund, unternehmen Sie einen ausgedehnten Spaziergang im Park, im Wald oder am Hundestrand und achten Sie darauf, wie der Hund sich in unterschiedlichen Situationen verhält. Bis Sie ein Gespür für das Wesen Ihres Schützlings entwickelt haben und ungefähr einschätzen können, wie er in bestimmten Situationen reagiert, sollten Sie ihn an der Leine führen. Schenken Sie ihm Ihre ganze Aufmerksamkeit und fordern diese umgekehrt ebenfalls ein, indem Sie mit dem Hund sprechen und auf ihn reagieren.

 

  • Tipp für Katzensitter: Erzwingen Sie die Annährung nicht.

Katzen mögen generell keine Veränderungen, deswegen ist es nicht ungewöhnlich, wenn sich das Tier Ihnen gegenüber anfangs scheu und ängstlich verhält. Katzensitter sollten in diesem Fall besonders behutsam und geduldig vorgehen, um das Tier nicht zusätzlich zu verschrecken. Die Katze sollte selbst entscheiden dürfen, wann Sie Kontakt zu Ihnen aufnimmt und sich in Ihre Nähe begibt. Bis es soweit ist, sollte die Katze jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückziehen zu können. Akzeptieren Sie, dass eben nicht alle Katzen Schmusetiger sind und ein großes Bedürfnis nach Streicheleinheiten haben.

 

Tiersitter Bindung

2. Die Körpersprache des Tieres deuten

Um eine Bindung zu der Ihnen anvertrauten Katze oder dem Hund aufzubauen, ist es wichtig, die grundlegenden Ausdrücke der Körpersprache des Tieres zu verstehen. Katzen und Hunde kommunizieren zwar nicht durch Worte mit uns, senden uns jedoch durch ihre Körpersprache Signale, die es richtig zu deuten gilt.

 

  • Tipp für Hundesitter: Achten Sie nicht nur auf EIN Signal.

Wenn Menschen die Hundesprache falsch deuten, kann dies zu gefährlichen Situationen führen – nicht umsonst ist dies einer der häufigsten Gründe für Unfälle. Es beginnt schon mit dem Schwanzwedeln, denn dies ist entgegen der allgemeinen Annahme nicht automatisch ein Zeichen von Freundlichkeit, sondern bedeutet zunächst vor allem: Aufregung. Und die kann positiv oder negativ sein. Um die Körpersprache des Hundes richtig zu deuten, sollten Tiersitter daher nie auf nur ein einzelnes Signal (z.B. Bellen oder Knurren) achten, sondern immer das Zusammenspiel der einzelnen Zeichen betrachten. Um die Hundesprache verstehen zu lernen und zu einem besseren Verständnis zwischen Mensch und Hund beizutragen, können Tiersitter einen Hundeführerschein machen oder mit ihrem Schützling eine Hundeschule besuchen.

 

  • Tipp für Katzensitter: Verstehen und sprechen Sie die Katzensprache.

Anstarren ist in der Katzensprache eine Drohgebärde. Vermeiden Sie es, der Katze direkt in die Augen zu schauen und blinzeln Sie stattdessen öfter. Damit signalisieren Sie: „Ich bin dir freundlich gesonnen.“ Wenn die Katze entspannt und guter Laune ist, zeigt sie dies, indem sie gemütlich auf der Seite oder dem Rücken liegt und ihre Ohren aufrichtet. Ihren Bauch sollten Sie jedoch besser nicht streicheln, denn die meisten Katzen mögen das nicht und machen das durch Kratzen und Beißen deutlich. Wenn die Katze sich mit dem Kopf an Ihrer Hand oder Ihren Beinen reibt, ist das eine Einladung, sie zu streicheln. Angelegte Ohren, ein hin und her schlagender Schwanz und ein Buckel sind hingegen Zeichen von Angriffslust und ein Hinweis darauf, das Tier besser in Ruhe zu lassen.

3. Das Tier respektvoll behandeln

Streicheleinheiten sind eines der schönsten Dinge an der Arbeit als Tiersitter und tragen dazu bei, die Bindung zum Hund zu stärken bzw. ein Vertrauensverhältnis zur Katze aufzubauen. Verteilen Sie die Streicheleinheiten nicht nur nebenbei, sondern ganz bewusst. Wenden Sie sich dem Tier dabei zu, sagen Sie seinen Namen und bestärken Sie es positiv, indem Sie mit sanfter und ruhiger Stimme mit dem Hund oder der Katze sprechen.

 

  • Tipp für Hundesitter: Die Balance zwischen Konsequenz und Spiel finden.

Der Hund sollte Sie als Rudelführer und verlässlichen Partner betrachten, dem er vertrauen kann. Seien Sie konsequent und achten Sie darauf, dass Regeln, die für den Hund bei der Familie gelten, auch während der Betreuungszeit eingehalten werden. Die Besitzer möchten nicht, dass der Hund im Bett schläft? Dann sollten Sie ebenfalls darauf bestehen, dass er es sich dort nicht bequem macht. Spielen Sie neben aller Ernsthaftigkeit und Konsequenz auch oft mit dem Hund und belohnen Sie erwünschtes Verhalten mit einem kleinen Leckerli.

 

  • Tipps für Katzensitter: Seien Sie nicht nur Futterlieferant.

In der Regel  werden Sie die Katze im Zuhause der Familie betreuen und (mehrmals) täglich vorbeischauen, um sie zu versorgen. Nutzen Sie diese Zeit nicht nur, um die Katze zu füttern, ihr frisches Wasser zu geben und um das Katzenklo zu reinigen. Wenn die Katze sich soweit an Sie gewöhnt hat, dass Sie sich nicht vor Ihnen versteckt und Ihre Nähe sucht, können Sie sie streicheln und mit ihr spielen. Einige Katzen lieben es zudem, wenn Sie gebürstet werden. Fragen Sie die Familie vorab, ob die Katze das mag und nutzen Sie die Fellpflege für ein paar Streicheleinheiten.

 



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