Vor dem ersten Tag der Haushaltshilfe

Was Sie wissen sollten, bevor Sie eine Haushaltshilfe anstellen

Sie haben eine Putzhilfe gefunden und sind sich noch unsicher, welche Aufgaben sie an ihrem ersten Arbeitstag erledigen sollte? Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie den ersten Arbeitstag Ihrer Putzhilfe gestalten und auf welche Besonderheiten beide Parteien achten sollten.

Allgemeine Absprachen

Bevor Sie eine Putzhilfe engagieren, sollten Sie sich genau überlegen, wie oft und wann Ihre Putzhilfe bei Ihnen erscheinen sollte. Einige Familien wünschen sich eine regelmäßige Unterstützung im Haushalt, andere wiederum brauchen während bestimmter Engpässe Hilfe. Klären Sie daher vor dem ersten Arbeitstag diese Fragen ab und nehmen Sie die Inhalte in den vereinbarten Vertrag auf.

Machen Sie sich außerdem Gedanken darüber, welche Aufgaben in Ihrem Haushalt anfallen. Soll die Reinigungskraft auch Fenster putzen, den Müll herunterbringen oder sich um Ihre Kinder kümmern? Die Aufgaben einer Haushaltshilfe sind sehr vielfältig und können individuell vereinbart werden. Sprechen Sie dies genau mit Ihr ab.

Der Arbeitsplatz

Klären Sie Ihre Haushaltshilfe darüber auf, welche Räume für sie zugänglich sind, welche sie betreten oder reinigen darf und welche nicht.

Außerdem muss vorab unbedingt geklärt werden, welche Reinigungs- und Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden können. Einige Haushaltshilfen bringen ihre eignen Putzutensilien mit, andere arbeiten mit den vorhandenen Materialien. Zeigen Sie Ihrer Haushaltshilfe, wo sich Ihre Arbeitsmittel befinden und welche gut geeignet sind.

Besprechen Sie darüber hinaus Besonderheiten, die entweder Ihnen oder Ihrem Alltagshelfer wichtig sind. Gibt es im Haushalt vielleicht  Gegenstände, die besonderer Pflege bedürfen?

Der Notfallplan

Rüsten Sie sich für den Notfall! Besprechen Sie untereinander, wer in einem Notfall der erste Ansprechpartner ist, insbesondere, wenn sich ein Haushaltsunfall ereignet. Hinterlegen Sie die wichtigsten Telefonnummern an einer sichtbaren Stelle. Klären Sie mit Ihrer Versicherung ab, wie die Haushaltshilfe bei Ihnen versichert ist.

Anmeldung und Versicherung

Ist die Haushaltshilfe auf freier oder auf Minijob-Basis bei Ihnen angestellt? Sofern Sie als Minijobber bei Ihnen arbeitet, ist es wichtig, dass Sie sie bei der Minijob-Zentrale anmelden. Die Anmeldung ist in wenigen Schritten online erledigt.

 

Versicherungsmakler Andreas Probst weiß außerdem, was Sie als Arbeitsgeber hinsichtlich der Versicherung für den Schadensfall Ihrer Haushaltshilfe beachten sollten:

„Grundsätzlich haftet jeder nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 823 BGB) für den Schaden, den er verursacht hat. Dies kann weitreichende Folgen haben, da die Höhe der Haftung nicht beschränkt ist.

 
Bei Haushaltshilfen ist zwischen einem Anstellungsverhältnis (z. B. Minijob) und der Beauftragung eines/einer Selbstständigen zu unterscheiden. Sofern ein Anstellungsverhältnis (z B. Minijob) besteht, haftet zwar der Arbeitnehmer auch für die von ihm verursachten Schäden – aber abhängig vom Grad seines Verschuldens:
 

So haftet er im Wesentlichen nur für grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz, nicht jedoch für leichte Fahrlässigkeit. Die so durch eine leichte Fahrlässigkeit umgestoßene Vase gehört somit ganz einfach zum „Betriebsrisiko“ des Arbeitgebers. Schäden dieser Art lassen sich in der Regel auch nicht versichern. Ansonsten ist der angestellten Haushaltshilfe in jedem Fall zu empfehlen, selbst eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die auch berufliche Risiken mit abdeckt.

 
Bei der Beschäftigung einer selbstständigen Haushaltshilfe gilt, dass grundsätzlich jeder Schaden, der durch sie verursacht wird, ersetzt werden muss. Insofern sollte der Auftraggeber immer darauf achten, dass die engagierte Haushaltshilfe über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügt. Diesen sollte man sich in jedem Fall bestätigen und idealerweise vorweisen lassen.

Wenn die Tätigkeit in einer Grauzone ausgeübt wird, d. h. weder ein Anstellungsverhältnis (z. B. Minijob) noch eine Gewerbeanmeldung vorliegt, dann ist dringend davor zu warnen, eventuelle Schäden über eine Privathaftpflicht abzuwickeln, die eigentlich nur zur Absicherung von privaten Schäden gedacht ist. Dann ist man nämlich sehr schnell im Bereich des Strafrechts: Versicherungsbetrug.“

 

Übrigens: Nach § 38 des Sozialgesetzbuches V (SGB) besteht unter gewissen Umständen sogar ein Anspruch auf eine Haushaltshilfe. So zum Beispiel, wenn Versicherten wegen Krankheit die Weiterführung des Haushaltes nicht möglich ist. Die Krankenkasse erstattet die Kosten für die Haushaltshilfe. Jedoch sind die Aufgaben dieser Haushaltshilfen durch die Krankenkassen meist genau definiert. Für weitere Informationen erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse.

 

Checkliste: Kinder bei Haushaltsaufgaben einbeziehn

 

 

*Für weitere Informationen sprechen Sie bitte mit einem Rechtsberater. Die hier angegebenen Inhalte ersetzen keine fachmännische Beratung und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit.

 


 
 



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